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Reisebericht USA 2010 von Manfred Kaminsky

Zum Erfolg einer Reise tragen zunächst einmal die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei. Ohne Einschränkungen kann man feststellen, dass es in unserer Busgruppe harmonisch zuging, alle pünktlich, diszipliniert und stets neugierig waren, an Ort und Stelle über Land und Leute informiert zu werden. Unser mir schon vom Vorjahr bekannter komfortabler roter Bus wurde wiederum vom BE-Chef, Jürgen Gronert, ruhig und souverän gesteuert, so dass wir uns zu jedem Zeitpunkt sicher und wohl gefühlt haben. Ingrid Gronert konnte, anders als im Vorjahr im Goldenen Westen, ganz entspannt im Hintergrund die Fäden ziehen und zum Erfolg der Reise beitragen. Der wichtigste Beitrag zum Gelingen gebührt unserem hervorragenden Reiseleiter Heiko. Rund um die Uhr hat er sich mit großem Eifer und Einsatz um unsere Betreuung im Bus, während der Fahrt, auf den Rastplätzen, in den Hotels und Restaurants gekümmert. Vor allem haben mir seine kenntnisreichen Informationen und Geschichten am Rande gut gefallen. Heiko hat uns mit vielen Fragen gefordert und stets überzeugende und teils überraschende Antworten gegeben. Das alles war für mich eine wahre Freude ! Unserer Busgruppe und der gesamten Leitung  möchte ich ein riesiges Kompliment aussprechen und  Dankeschön sagen. Die An- und Abreise mit dem BE-Bus  zum Flughafen Frankfurt und von dort zurück in die Heimatorte klappte wie gewohnt reibungslos. Die Flüge mit Singapure Airlines gestalteten sich pünktlich und ohne Probleme. Der Service an Bord und die Freundlichkeit des hübschen Personals waren deutlich besser als bei der deutschen Lufthansa im vergangenen Jahr. Auch die Sitze waren nicht so eng gestellt wie bei der Lufthansa. Jedenfalls konnte ich dieses Mal die Mahlzeiten unfallfrei einnehmen, ohne vorher Unterricht in Akrobatik im Circus Roncalli zu nehmen. Auf dem Rückflug durch die Nacht von New York nach Frankfurt stellte unser Flieger laut Ansage aus dem Cockpit einen Rekord auf, der auf durchgehend starken  Rückenwind (bis 150 Stundenkilometer) und dementsprechend hohe  Geschwindigkeit (bis fast 1100 km pro Stunde) zurückzuführen war. Mit den Hotels konnten wir entsprechend dem zu erwartenden Standard insgesamt zufrieden sein. Schlecht war nur das Quality Inn Fireside in Niagara, wo selbst beim Bezug abends gegen 21 Uhr noch einigen Gästen ungemachte Zimmer angeboten wurden und sich beim Frühstück am Morgen noch nicht herumgesprochen hatte, dass 20 Pappteller nicht für 50 Gäste ausreichen. Qualität sieht anders aus ! Die Zimmer in den Hotels waren durchweg sauber, die Betten für die Nachtruhe – auch in Kanada – auf amerikanische Maße (XXXXL) ausgerichtet. Die  Duschen, Bäder und Toiletten waren sauber und funktionsfähig. Insbesondere in den USA wird beim Wasser nicht gespart. Das selbst bei kleinsten Verrichtungen heruntergespülte Wasser würde locker für zwei Komplettsitzungen ausreichen.  Bei den störenden Klimaanlagen habe ich regelmäßig den Ausschalter betätigt. Das Frühstück war landesüblich (zumeist Pappgeschirr und Pappbehältnisse) und reichte von sehr bescheiden bis zum leckeren, abwechslungsreichen Büfett. Mit dem Wetter hatten wir ausgesprochenes Glück. Zumeist schien die Sonne oder es war leicht bewölkt mit sonnigen Aufheiterungen. Selbst bei der längsten Teilstrecke von Boston nach Quebec (rd. 650 Kilometer) hat es nur einmal geregnet, nämlich ganztägig. Aufgefallen ist mir die Sauberkeit in den Gebäuden und auf den Straßen und in öffentlichen Einrichtungen. Besonders wahrgenommen habe ich das in der Riesenstadt New York. Auf den Rastplätzen (z.B. im Central Park in New York) liegt kein Abfall herum und  die Abfallbehältnisse quollen nicht über. Alle Toiletten (Restrooms, kostenlos)  auf  dieser Reise habe ich stets sauber vorgefunden. Der Verkehr in den USA und in Kanada auf breiten Straßen und Highways bewegt sich flüssig. Selbst in den Großstädten (New York, Toronto, Washington) sind die Verkehrsteilnehmer auch im Stau sehr diszipliniert, was auch sehr angeraten ist, denn die Strafen bei Verkehrsverstößen sind äußerst schmerzhaft. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen  kann die Strafe gleich am Straßenrand abgelesen werden. Trotz der Verkehrsdichte in den Großstädten habe ich keine Unfälle gesehen. Die Menschen in den Geschäften und auf der Strasse sind bei Ansprache hilfsbereit und freundlich (You are welcome). Auch das Servicepersonal in den Hotels ist freundlich und das trotz oder gerade wegen der schlechten Arbeitsbedingungen (Thema Trinkgeld als einziges Einkommen). Aufgefallen ist mir, dass die Menschen im Osten der USA hastiger sind als die gelassenen Amerikaner an der Westküste. Im Osten der USA habe ich auch weniger übergewichtige Menschen als im Westen gesehen.

Nun möchte ich die Stationen und Erlebnisse unserer Rundreise in Erinnerung rufen und meine Eindrücke festhalten.

13. Oktober 2010
Nach einer problemlosen Anreise nach Frankfurt und einem angenehmen Flug landeten wir pünktlich auf dem John F. Kennedy Flughafen in New York. Die Einreise- und notwendigen Sicherheitskontrollen waren – anders als vor einem Jahr in Los Angeles – zügig erledigt, so dass wir noch vor Ankunft unseres Busses, der im üblichen Verkehr in New York feststeckte, abfahrbereit waren.  Um 11.30 Uhr setzte sich unser Bus von New York auf der Interstate 95 Nord Richtung Plymouth  in Bewegung. Bei unserer Fahrt durch den drittkleinsten  Bundesstaat Connecticut, der Constitution State, zeigte sich hinter New Haven (Yale Universität) erstmalig links und rechts der Autobahn bei strahlendem Sonnenschein das für den Indian Summer charakteristische Farbenspiel der Wälder. Der kleinste Bundesstaat der USA – Rhode Island, der Ocean State, mit der Hauptstadt Providence war schnell durchquert. Schließlich rollten wir durch den Bundesstaat Massachussets, den Bay  State, und nahmen Kurs auf unser Tagesziel Plymouth am reizvollen Cape Cod. Nach Bezug unseres recht ordentlichen Hotels Hampton Inn fuhren wir zum Welcome Dinner in den Hafen von Plymouth. In einem schmucklosen Raumit engen Sitzen wurde uns das erste reichlich bemessene Abendessen serviert. Vor der verdienten Nachtruhe gab unser Reiseleiter Heiko noch die für die fast gesamte Reise maßgebenden Zeiten bekannt: 6 Uhr Wecken, 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt.

14. Oktober 2010
Nach einem erholsamen Schlaf und einem bescheidenen Frühstück  starten wir pünktlich bei leichter Bewölkung mit sonnigen Aufheiterungen zur Besichtigung von Plimoth Plantation. In diesem Freilichtmuseum wurde die erste Siedlung der 102 Pilgrimväter nachgebaut. Im Museumsdorf leben heute Schausteller, die die Besucher in die Zeit vor über 350 Jahren eintauchen lassen. In der Indianersiedlung der Wampanoag konnten wir bei der Herstellung von Booten aus Baumstämmen zusehen. Im Hafen von Plymouth – einem Ort mit hübschen Häusern – sahen wir den Nachbau der Mayflower II. Dann fuhren wir weiter zu unserem Tagesziel Boston, die Hauptstadt des Bundesstaates Massachussets. Boston ist ein sehr bedeutender Finanz- und Bildungsstandort und eine der wohlhabensten und kulturell reichsten Städte der USA. Beispielhaft sind die weltbekannte Harvard Universität und das sehr bekannte Boston Symphony Orchestra zu nennen. Das Mittagessen nahmen wir im Zentrum von Boston im Quincy Market ein. Danach starteten wir zu einem Stadtspaziergang entlang dem Freedom Trail. Heiko unser Reiseleiter und Stadtführer zeigte sich auch hier kenntnisreich und kompetent. Vom Balkon des Old State House verkündete John Adams im Jahre 1776 die Unabhängigkeit der USA. Fehlen durfte natürlich nicht das Old South Meeting House, der Versammlungsort der Boston Tea Party vom 16. Dezember 1773. Damals lösten Proteste gegen eine Erhöhung der Teesteuer durch das britische Parlament letztlich den Unabhängigkeitskrieg aus. Übernachtet haben wir im ordentlichen Hotel  Crown Plaza Newton, ein Riesenbau direkt über der Interstate Autobahn 95 Nord, für den es in Deutschland ganz sicher keine Baugenehmigung gegeben hätte. Direkt aus dem Hotelfenster konnten wir den bei Tag und Nacht lebhaften Betrieb auf der Autobahn verfolgen ! Ich habe trotzdem gut geschlafen.

15. Oktober 2010
An unserem längsten Bustag – fast 650 Kilometer – von Boston nach Quebec war vom Indian Summer bei Nebel und Regen nicht viel zu sehen. Auf der Interstate 93 fuhren wir durch den Bundesstaat New Hampshire, dem Granite State, und rollten durch die Hauptstadt Concord. Dort informierte uns Heiko zu meiner Überraschung darüber, dass es in New Hampshire, entsprechend dem Staatsmotto „Lebe frei oder sterbe“ (Life free or die) keine Mehrwert- und Einkommenssteuern gibt ! Besonders stark hat es in den White Mountains und bei einer Rast im Infocenter nahe des am 3. Mai 2003 abgebrochenen Granitfelsens Old Man of the Mountains geregnet. Ein wenig freundlicher zeigte sich die Kleinstadt Littleton (hübsche Häuser und Kirchen), wo wir zwischen vielen Kürbissen unsere Mittagsrast einlegten. Nach dem Bundesstaat Vermont , dem Green Mountain State, erreichten wir hinter Derby die kanadische Grenze (Kontrolle ohne Probleme) und damit die Provinz Quebec. Am Abend war unser Zielort Quebec erreicht, wo wir im guten Hotel Ambassadeur  ein sehr leckeres Abendessen (Shrimps) serviert bekamen.

16. Oktober 2010
In Quebec war es zunächst bewölkt, im Laufe des Tages lockerte die Bewölkung auf und es gab immer häufiger sonnige Abschnitte. Oben am Parlament führte uns unsere freundliche, kenntnisreiche Stadtführerin Christine kurz in die von Kriegen zwischen Großbritannien und Frankreich geprägte wechselvolle Geschichte der Provinz Quebec ein, die bis heute nachwirkt. Auf den Autoschildern steht noch immer „Je me souviens“ – ich erinnere mich. Dann begann unsere Stadtrundfahrt durch Quebec, das „kleine Paris“ am St. Lorenz Strom. Oben auf der Zitadelle von einem Belvedere blickten wir auf die Unterstadt und über den Hafen, wo zwei riesige Kreuzfahrtschiffe festgemacht hatten (Eindrucksvoll). Durch den Park de Champs de Bataille und den Battelfields Nationalpark, die an die Kriege erinnerten, fuhren wir dann entlang der Stadtmauer (einzigartig in Nordamerika und deshalb Welterbe) in die Unterstadt zum Rathaus, das außen  bereits ganz im Zeichen von Haloween stand. Beim Wahrzeichen, dem Hotel Frontenac, begann unser Stadtrundgang. Durch hübsche kleine Straßen (Ursulinenkloster, Cafe de la Pais) ging es hinab zum Hafen und zur Mittagsrast in die Markthalle. Danach fuhren wir weiter nach Montreal, wo wir auf dem Weg zu unserem guten Hotel  (Best Western Ville-Marie) Station  beim Olympiastadion machten. Die Fahnen der Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen 1976 wehten im Winde, darunter die Fahnen der BRD und der DDR. Dank unseres sehr zentral gelegenen Hotels konnten wir die Zeit bis zum Abendessen zu einem Spaziergang – auch durch die „Underground City Montreal“ nutzen. Unser Abendessen  nahmen wir in der Altstadt von Montreal im Gallinos ein,  dem vom Ambiente her wohl gemütlichsten Restaurant auf unserer Rundreise. Leider war das Abendessen dort von schlechter Qualität. Es gab Hähnchenfilets, die nach ihrer Größe nur von einem mächtigen Bullen hätten  stammen können. Was man so alles aus minderwertigem, gepressten Hähnchenfleisch machen kann. Nicht nur mir ist vorerst der Appetit auf solches Hähnchenfleisch vergangen.

17. Oktober 2010
Es ist heute leicht bewölkt mit sonnigen Aufheiterungen. Unsere Stadtführerin Mechthild fährt mit uns in Montreal zunächst zur Kirche St. Joseph mit der viertgrößten Kirchenkuppel der Welt und dem hieran angeschlossenen vom Laienbruder Besette (Bruder Andre) gegründeten Kloster. Bruder Andre war in der Nacht um 4 Uhr kanadischer Zeit vom Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen worden. Dann fuhren wir hinauf zum Hausberg von Montreal, dem Mont Royal, von wo sich eine großartige Aussicht auf die Skyline von Montreal öffnet. Mechthild erläutert uns mit vielen Zahlen die Geschichte (Pelzhandel) und den Aufstieg Montreals zu einem heute bedeutenden Bildungszentrum (fast 200 000 Studenten), Finanz- und Wirtschaftsstandort (Welthandelszentrum, davor ein Rest der Berliner Mauer) und zu einem der weltweit führenden internationalen Kongressstädte  In Montreal wird gearbeitet (Blue Town), in Quebec gelebt (White Town). Im weiteren Verlauf unserer Stadtrundfahrt fahren wir durch den Golden Park, das Stadtviertel der reichen Leute. Unser Bus fährt dann in angemessenem Tempo auf der Formel 1 Rennstrecke in Montreal – toll (hier gewann Jean Alesi 1995 sein einziges Formel 1 Rennen, bei fast 300 Starts) . Weiter fahren wir  auf der St. Heleneninsel durch das Gelände der Weltausstellung 1967 (amerikanischer Pavillon),  durch das Hafengebiet , vorbei an der Cathedrale Marie Reine- du Monde (Nachbau der Kuppel des Petersdomes in Rom) sowie an den Ort der Gründung Montreals (Place Ville Marie) . Die  Mittagszeit  nutzen wir zu einem Spaziergang im Zentrum von Montreal (Sonnenschein) und besichtigen die Anglican Church  und das Denkmal des Königs Edward VII. Nach dem Mittag setzen wir unsere Fahrt von Montreal nach Ottawa fort.  Bei Sonnenschein fahren wir vorbei an Seen und Wäldern (Indian Summer !) und erreichen am Nachmittag unser Tagesziel Ottawa. Ottawa wurde vor gut 200 Jahren von einem Amerikaner gegründet und von einem Briten rund um den Rideau Kanal  zum Schutz vor einer amerikanischen Invasion gebaut. Beim Canadian Museum of Civilization in Ottawa hält unser Bus an und wir können von einer Terrasse des Parcs Jacques Cartier zum eindrucksvollen Parlamentskomplex der Hauptstadt Kanadas sowie zur Pont Alexandra Bridge und zur Cathedral-Basilica Notre Dame hinüberschauen – eindrucksvoll ! Heiko kennt sich auch in der Geschichte von Royals aus und berichtet, dass Königin Juliane der Niederlande während ihres Exils im 2. Weltkrieg in Ottawa am 19.1. 1943 ihre Tochter Margriet zur Welt gebracht hat. Um Margriet nicht von der Thronfolge auszuschließen, wurde das Geburtszimmer in Ottawa zeitweilig zum exterritorialen Gebiet erklärt, damit Margriet nicht die kanadische sondern die für die mögliche Thronfolge maßgebende niederländische Staatsangehörikeit erwirbt – fiffig ! Das Capital Hill Hotel in Ottawa – sehr sauber und ordentlich mit zu öffnendem Fenster und Balkon ! – liegt  zentral nur 5 Minuten zu Fuß vom Parlamentskomplex entfernt und diese Gelegenheit für einen Spaziergang  haben wir uns vor dem Abendessen im Hotel (gut und schmackhaft – wegen fehlender teurer Schankerlaubnis durften wir zum Essen aus unserem Bus alkoholische Getränke mitbringen – bei uns undenkbar -)  nicht entgehen lassen (Sonne und gutes Fotolicht).

18. Oktober 2010
Heute liegt eine lange Strecke von Ottawa bis zu den Niagarafällen vor uns. Es ist bedeckt mit Aufheiterungen. Heiko informiert uns über die fünftgrößte Provinz Kanadas Ontario mit 12 Millionen Einwohnern und dem höchsten Bruttosozialprodukt Kanadas. Ein Zehntel der Fläche Kanadas machen die fünf großen Seen, das größte Süßwasserreservoir der Erde, aus (Ontario, Erie, Huron, Michigan und Superior) . Hunderte von Kanada Gänsen versammeln sich auf den abgeernteten Feldern. Auf einer schönen Küstenstraße entlang dem St. Lorenz Strom – hier stehen die Bäume in voller Farbenpracht – erreichen wir unser erstes Tagesziel, den hübschen Ort Rockport. Dort startet bei schönstem Sonnenschein unsere Bootsfahrt in die wunderschöne Landschaft der „Thousend Islands“, ein absoluter Höhepunkt unserer Reise ! Hervorzuheben ist die Insel Zavikon mit der kürzesten internationalen Brücke der Welt, wobei sich der größere Teil der Insel in kanadischen Gewässern befindet, während die kleinere Insel zu den USA gehört. Alle Schlösser, Herrenhäuser und Villen reicher Leute (Millionärs Rowe) in den Thousend Islands werden überstrahlt von Boldt Castle. Der Erbauer hat dieses prächtige Schloß für seine Frau gebaut. Noch vor der Fertigstellung verstarb seine Frau. Boldt hat daraufhin  das Schloß zwar zu Ende bauen lassen, aber diesen Flecken nie betreten. Am Flussufer leuchten vom Boot aus die prächtigsten Farben des Indian Summer, dazwischen weiße Villen und die weiße Kirche St. Brendan in Rockport  - ein grandioses, unvergessliches Bild !  Das Mittagessen nehmen wir  heute in einem Wal Mart in Belleville ein. Nachmittags erreichen wir die größte Stadt Kanadas Toronto  (rd. 7 Millionen Einwohner, fast ein Fünftel der Bevölkerung Kanadas). Die spektakulärste Sehenswürdigkeit von Toronto ist zweifellos das zweithöchste Gebäude der Erde, der CN Tower. Errichtet wurde dieser Turm von der kanadischen Eisenbahngesellschaft (CNR). Wir fahren hinauf auf den CN-Tower und geniessen  die Aussicht in die Hochhaushäuserschluchten von Toronto und weit über die Stadt hinaus – grandios ! Oben von Fensterplatten kann man im 90 Grad Winkel am Turm hinunter auf die kleinen Wesen auf der Erde gucken – spektakulär. Wer schwindelig ist oder befürchtet, der Glasboden könnte einbrechen, sollte besser von den Fensterplatten fernbleiben. Von Toronto fahren wir an der Hockey Hall of Fame vorbei zu unserem Tagesziel Niagara. Unterwegs erzählt uns Heiko die Geschichte der Bürgermeisterin von Missisauga. Die Dame ist 91 Jahre alt und seit 38 Jahren im Amt ! Ihr wurde das deutsche Bundesverdienstkreuz verliehen. Selbst einen Unfall mit einem LKW hat die resolute Bürgermeisterin „schuldenfrei überlebt“. Im Ort Niagara fahren wir durch das erleuchtete „Las Vegas für Arme“  und essen im Kasinokomplex  beim Italiener (Mama Mia) zu Abend. Beim Rückweg zum Bus erhasche ich einen Blick auf die erleuchteten Niagara Fälle. Alles kommt mir so kitschig und gekünstelt vor, so dass meine Erwartungen für ein Naturschauspiel am nächsten Tag deutlich nach unten zeigen. Auch unser Hotel Quality Inn Fireside hebt meine Stimmung nicht. Wie kann ausgerechnet so ein Hotel das Wort „Qualität“ im Namen führen ?

19. Oktober 2010
Mein Pessimismus vom Vorabend ist am Morgen im Nu verflogen. Passend zu  dem Naturschauspiel  Niagara-Fälle scheint die Sonne aus allen Knopflöchern – es wird ein weiterer Höhepunkt unserer Reise sein !!! Von unserem Hotel , direkt am Niagarafluss, fahren wir zunächst in den wunderschönen Niagara-Park und dort zur 125 Jahre alten Blumenuhr, die in jedem Jahr mit anderen Blumen und Pflanzen gestaltet wird. Am Wasserkraftwerk erfahren wir von Heiko, dass regelmäßig ein Drittel des auf die Niagara-Fälle zufließenden Wassers zum Wasserkraftwerk abgeleitet wird. Ein erstes Naturschauspiel bietet sich uns am Whirlpool. Wasserwirbel des Niagara bilden einen halbrunden See, an dessen Ufer sich die Farbenpracht des Indian Summer zeigt ! – Eindrucksvoll ! Die Besichtigung der Niagara Fälle beginnt für uns mit einem Kinobesuch (nur für unsere Gruppe in deutscher Sprache). Ein Indianermädchen flüchtet vor ihrem Ehemann und stürzt mit ihrem Boot in die reißenden Niagarafälle, wo sie verschwindet, aber – so die Anekdote -  noch heute hinter der Gischt leben soll (Maid of the Mist). Die wohl beste und schönste Aussicht auf die Niagarafälle können wir hoch oben  vom Skylon Tower aus genießen. Dort wird besonders deutlich, welche Wassermassen der Niagara bis an die Kante der steil abfallenden Felsen befördert. Die kleineren Niagara-Fälle mit dem Brautschleier auf der amerikanischen Seite treten gegenüber den riesigen Wasserfällen auf der kanadischen Seite mit ihrer aufsteigenden Gischt deutlich in  den Hintergrund. Dann geht es hinab in die Schlucht zur spektakulären, feuchten Bootsfahrt mit der  Maid of the Mist. Für die Bootsfahrt wird uns allen ein weiter blauer Müllsack mit Hals- und Armöffnungen übergestülpt. Unser Boot fährt zunächst ruhig vorbei an den amerikanischen Niagarafällen. Dann wird es in der Nähe der kanadischen Wasserfälle sehr feucht. Das Boot bleibt dort trotz voller Motorkraft voraus in der immer stärker werdenden Strömung auf dem Fleck stehen und dreht dann mit der Strömung – der spektakuläre Höhepunkt !!! Nach der Bootsfahrt unternehmen wir zur Mittagszeit einen Spaziergang entlang der Felskante zu den  herabstürzenden Wassermassen der kanadischen Niagarafälle! Die in der Gischt leuchtenden Farben der Regenbögen werden mir nachhaltig in Erinnerung bleiben. Über die Rainbow Bridge mit einem letzten Blick über die beiden Niagara-Fälle verlassen wir Kanada. Auf der anderen Seite haben wir nach kurzer Passkontrolle wieder die USA und damit den Bundesstaat New York, den Empire State, erreicht. Wir fahren vorbei am Erie See und an der Stadt Buffalo. Heiko überrascht uns dort mit dem Supervortrag der  von Theodor Fontane verfassten Ballade von John Maynard, der  als Steuermann unter Opfer seines Lebens das brennende Schiff über den Eriesee an den Strand von Buffolo steuert und die Passagiere rettet: „John Maynard war unser Steuermann, aushielt er, bis er das Ufer gewann, er hat uns gerettet, er trägt die Kron, er starb  für uns, unsre Liebe sein Lohn“. Die wahre Geschichte hat sich allerdings völlig anders zugetragen, wäre aber auch für diese schöne  Ballade, die ich noch in der Schule auswendig lernen musste, völlig ungeeignet gewesen: Am 9.August 1841 geriet auf dem Eriesee das Schiff „Erie“ fernab des Ufers in Flammen, wobei 249 Menschen ums Leben kamen. Einer der wenigen Überlebenden war der Steuermann Luther Fuller, der erst 59 Jahre später verstarb. Bis zu unserem Tagesziel in Williamsport, im Bundesstaat Pennsylvania, State of Independence, werden wir von Heiko noch gut unterhalten. Wir erfahren etwas über Robert de la Salle, der auf einer Forschungsreise die Niagara-Fälle entdeckte und am Bau des Erie-Kanals beteiligt war (Pelzhandel). Die Landschaft rings um die  Five Finger Lakes  ist die zweitgrößte Weinanbauregion der USA nach dem Nappa Valley in Kalifornien. Den Besuch der Stadt Conring (Glasbläsereien) sparen wir uns wegen der fortgeschrittenen Zeit. Nicht ganz so wohl habe ich mich in unserem Best (?) Western Hotel in Williamsport gefühlt.

20. Oktober 2010
Wetterbericht: bedeckt, zeitweilige Regenschauer (Washington), dann aufheiternd und freundlich. Bei der Fahrt entlang dem Susquehanna River und durch Pennsylvania Dutch Country erfahren wir von Heiko etwas über die Geschichte der zurückgezogen in ihrem Glauben lebenden Amish People. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz für eine notwendige Gesundheitspause beweist Heiko ein glückliches Händchen. Hinter Harrisburg (schwerer Atomkraftwerksunfall) fahren wir bei York von der Autobahn ab und landen gleich nach der Abfahrt ungewollt im Betriebs- und Infocenter des weltbekannten besten Herstellers von Motorrädern, Harley Davidson ! Die unverhoffte Gelegenheit, sich auf  wunderschöne Motorräder zu setzen, die Ausstellungsstücke zu bestaunen, den „Giftshop“ zu räubern, lassen wir uns nach dem Aufsuchen des Restrooms nicht entgehen. Gegen Mittag erreichen wir die Bundeshauptstadt Washington – District of Columbia.  Washington DC gehört weder zu einem der 50 Bundesstaaten der USA noch ist die Stadt eine Kommune . Der Zusatz DC erinnert an Christoffer Columbus, der 1492 in Nordamerika landete. Der besondere Status von Washington wird auch dadurch verdeutlicht, dass der in das Repräsentantenhaus gewählte Abgeordnete als einziger kein Stimmrecht im Parlament hat. Hiergegen wird noch heute auf Autoschildern protestiert: „Taxation without Representation“ – wir müssen zwar Steuern zahlen, haben aber im Repäsentantenhaus nichts zu sagen. Etwa 2 km vor dem riesigen Bahnhof von Washington DC verliert unser Bus plötzlich Kühlwasser. Während unsere Gruppe geschlossen mit unserem  örtlichen Reiseleiter  zum Bahnhof  läuft (Mittagessen), bemühen sich Heiko, Jürgen Gronert und unser fachkundiger Gast Walter Ellerbrock erfolgreich um unseren Bus – der Krümmerschlauch wird provisorisch abgedichtet, so dass kein Kühlwasser mehr ausläuft. Nach dem Mittagessen können wir dank tüchtiger Leute mit unserem Bus zur planmäßigen Stadtrundfahrt durch Washington DC starten. Zunächst fahren wir über den Potomac River, vorbei am riesigen Gebäudekomplex des Pentagon zum Arlington Friedhof, der schon im Bundesstaat Virginia, dem Dominion State, liegt. Unterhalb der imposanten Villa des Generals Lee (wir hören etwas über seine interessante Geschichte) besuchen wir die Grabstätte von Präsident John F. Kennedy , seiner Ehefrau und ihrer zwei früh verstorbenen Kinder. Neben der Grabstätte sind   in Stein gemeißelt Auszüge aus der berühmten Rede Präsident Kennedys zu seiner Amtseinführung am 20. Januar 1961 zu lesen: „... Ask not what your Country can do for you, ask what you can do for your Country…”- Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst. Unweit  vom Präsidentengrab sind die unscheinbaren Grabstätten seiner Brüder Robert und Edward Kennedy zu besichtigen. Auch am Grab von Michael Musmanno (er war u.a. Chefankläger in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1946) kommen wir vorbei. Wir besuchen dann in der Nähe des Lincoln Memorials die Gedenkstätten an die Opfer des Korea- und Vietnam Krieges.  Auf einer riesigen Tafel von rd. 150 Metern Länge sind die Namen von fast 170000 amerikanischen Soldaten eingemeißelt, die im und an den Folgen des Vietnamkrieges (das ist die größere Zahl) gestorben sind. Oben auf den Stufen des Lincoln Memorials – dort sprach am 28. August 1963 vor 250000 Menschen Martin Luther King seine berühmt gewordenen Worte „I have a dream“ - hat man den besten Blick zum Washington Monument und dahinter zum Capitol. Unsere Stadtrundfahrt beenden wir beim Amtssitz des Präsidenten, dem „White House“. Ich fotografiere u.a. ein beleuchtetes Fenster im ersten Stock ganz rechts. Am Schreibtisch ist ein Mann deutlich von  dunkler Hautfarbe zu erkennen. Das wird wahrscheinlich Präsident Obama gewesen sein – ich glaube daran. Vom Lafayette Park (Denkmäler von Andrew Jackson und der Generäle Lafayette – Schlacht bei Gettysburg – und von Steuben)  schauen wir hinüber zum mittlerweile beleuchteten White House. Nach dem guten Abendessen im deutschen Cafe Berlin ( Schnitzel und deutsches Bier !) halten wir im  NGA Sculpture Garden. Von dort haben wir einen schönen Blick zum erleuchteten Gebäude des Capitols, oben auf dem Capitol Hill. In unserem ordentlichen Capitol Skyline Hotel gibt Heiko die ungewöhnliche Abfahrtszeit für den nächsten Tag bekannt – 9.30 Uhr. Sollte doch was mit unserem Bus sein ?

21. Oktober 2010
Das Rätsel unserer späten Abreise ist geklärt. Unser Bus hat über Nacht  einen passenden Krümmerschlauch erhalten. Sepp, unser Reiseleiter 2009 durch den goldenen Westen der USA, war nachts mit seinem leeren Bus von Boston nach Washington gefahren und hatte am frühen Morgen Hilfe gebracht. Dankeschön ! Ein sonniger Tag ! Von Washington fahren wir auf dem Parkway Richtung Baltimore, der größten Stadt im Bundesstaat Maryland, dem Old Line oder Free State. Am Hafen von Baltimore legen wir unsere Gesundheitspause ein (hübscher Buchladen Barnes und Noble) Auf dem Dach dieses Buchladens (Gitarre des Hardrock-Cafes) werden die Wähler aufgerufen für Maryland und gegen West Virginia bezüglich der Verteilung von Sendezeiten im Fernsehen zu stimmen. Vom Hafen in Baltimore – hier wurde u.a. Edgar Ellen Poe geboren – blicken wir auf die Stadt und hinüber zum Fort Henry, wo an den siegreichen Kampf der Amerikaner gegen die Briten um die Unabhängigkeit der 13 ersten Bundesstaaten erinnert wird. Es ist nur eine kurze Fahrt durch den zweitkleinsten Bundesstaat der USA  Delaware. Immerhin aber kann Delaware zu recht den Beinamen „First State“ führen, weil Delaware 1787 als erster der 13 Bundesstaaten  die Verfassung der USA ratifizierte. Zur Mittagszeit erreichen wir die erste Bundeshauptstadt der USA Philadelphia. Erste Station ist der eindrucksvolle Gebäudekomplex des Philadelphia Museum of Art. Von dort haben wir einen schönen Ausblick über den Eskins Oval (Reiterstandbild) und den Benjamin Franklin Park Way auf die Innenstadt von Philadelphia. Im Historischen Viertel von Philadelphia können wir die Zeugnisse der jungen Geschichte der USA besichtigen: Independence Hall, Old City Hall , Congress Hall, Liberty Bell , Benjamin Franklin Court. Umfangreich können wir uns im Independence Visitor Center über die Geschichte der USA unterrichten. Auf einem Bild sind die Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung (John Adams, Roger Sherman, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson und Robert R. Livingston) zu sehen. Vor dem Tisch sitzt der erste Präsident der USA Georg Washington.Nach so viel Geschichte erholen wir uns bis zur Abfahrt im National Historic Park. Wir rollen weiter zu unserem Tagesziel Newark. Bevor wir für zwei Tage unser sehr ordentliches Hilton Hotel Newark in Sichtweite zum internationalen Flughafen beziehen, hat Heiko für uns noch am späteren Nachmittag eine Überraschung bereit. Wir fahren in den Liberty State Park mit einem vom Bundesstaat New Jersey (Garden State) aus  ersten grandiosen Ausblick auf die Skyline von New York. Mit der Freiheitsstatue im Hintergrund treffen wir uns zum Gruppenbild – eine gute Idee von Heiko.

22. Oktober 2010
Der heutige sonnige Tag steht ganz im Zeichen der Megastadt New York !!! New York mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, seiner Sauberkeit, seiner Kultur und seiner Lebendigkeit bei Tag und Nacht ist unvergleichbar und wohl einmalig auf der Welt – für mich der absolute Höhepunkt unserer Reise. (Bekanntlich gehört der Höhepunkt immer an den Schluss einer Veranstaltung ). Von Newark aus müssen wir uns zunächst bei  riesigem Verkehr durch  den Lincoln Tunnel  quälen und mit uns nicht nur viele Autos, sondern Hunderte von Linienbussen, die auf  einer eigenen Spur durch den Lincoln Tunnel fahren. Auf Schildern lese ich „Dont honk“ – Nicht hupen. Die Strafe bei Benutzung der Hupe ohne Not steht gleich darunter – 250 Dollar. An der 39. Straße West steigt unsere örtliche Reiseleiterin Ingeborg (Alles sicher, alles sauber) zur Stadtrundfahrt  in den Bus. Hervorzuheben sind folgende Stationen:
Broadway (Theater, Theater, zieht sich ganz bis in den Süden von Manhattan)
Time Square (Am Tag noch nicht so prickelnd)
Central Park (Die grüne Lunge von New York)
Columbus Circle (Weltkugel)
Upper West Side (sehr vornehm und teuer, u.a. Dakota House, wo John Lennon wohnte)
Harlem (sehr sauber, Jazzmetropole,  Denkmal Duke Ellington)
Upper East Side (noch teurer, Museumsmeile Guggenheim, Metropolitan, Frick)
Central Park East (Fotostop am Reservoir)
Trump Tower (Gesundheitsstop, Besuch bei Tiffany)
Fifth  Avenue (die Prachtmeile mit vielen Sehenswürdigkeiten und den teuersten Geschäften)
Midtown (Straßenschluchten und Wolkenkratzer)
Flaitron Building (An der Kreuzung Broadway/5.th. Ave. steht eines der ältesten und am häufigsten fotografierten Hochhäuser New Yorks, genannt wegen seiner Form das Bügeleisen).
Greenwich Village (Künstlerviertel, heute sehr nobel und angesagt)
Soho (Galerieviertel, Geschäfts- und Lagerhäuser  aus Gusseisen, wieder im Trend )
Little Italy (Wird wegen der Ausdehnung von Chinatown immer kleiner)
Chinatown (Wird immer größer)
Civic Center (Amtssitz des Bürgermeisters von New York Bloomberg)
Financial District (Wall Street)
Die Trinity Church blieb wie ein Wunder trotz unmittelbarer Nähe vom Einsturz der beiden Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 verschont! An einem Fenster im World Financial Center blicken wir in die riesige Baustelle am Ground  Zero, eine gruselige Erinnerung an einen bösen Terroranschlag, der die beiden Türme des World Trade Centers zum Einsturz brachte und Tausenden das Leben kostete. Um die Südspitze Manhattans (Battery Park, irisches Hungerdenkmal) fahren wir  nordwärts entlang dem Hudson River bis zum Pier 83 an der 42. Strasse West, wo unsere Stadtrundfahrt endet. Vom Pier 83 starten wir mit einem Schiff der Circle Line (daneben liegt ein Flugzeugträger) zu einer gut einstündigen Bootsfahrt auf dem Hudson River. Bei schönstem Fotolicht umrunden wir die Südspitze Manhattans mit fantastischen Ausblicken auf die Skyline von New York mit dem Empire State Building ! Wir sehen vom Schiff ganz in der Nähe die Einwanderungsinsel Ellis Island und die Freiheitsstatue, diesmal von vorne, toll ! Unser Schiff dreht an der Südpitze von Manhattan, so dass wir nur einen entfernten Blick auf die Brooklyn Bridge haben. Ein weiterer Höhepunkt nach unserer Schifffahrt sind die Ausblicke auf New York vom 67. bis 70. Stockwerk des Rockefeller Centers – wahrlich „Top of the Rock“ ! Danach fahren wir vorbei an der Carnegie Hall und den ersten Lichtern am Time Square zum Abendessen bei einem Italiener mitten im Zentrum von New York. Nach dem Abendessen spazieren wir auf dem hellerleuchteten   Time Square!  Unglaublich die Autos, Lichter, Bildschirme, Reklametafeln  in allen Farben und besonders die vielen Menschen, die sich dort treiben lassen – welch ein Spektakel !!! Nach einem sehr langen, erlebnisreichen Tag in New York treten wir die Heimfahrt nach Newark an. Diesmal fahren wir entspannt durch den Lincoln Tunnel. Schon im Bundesstaat New Jersey hat Heiko für uns eine letzte, besondere Überraschung bereit. Wir halten in Hoboken, dem Geburtsort von Frank Sinatra, zu einem Fotostop direkt am Hudson River an. Der Anblick auf die nächtlich erleuchtete Skyline von Manhattan mit dem in rotes Licht getauchten  Empire State Building ist einmalig !!! Ich könnte mir gut vorstellen, dass Frank Sinatra auch an dieser Stelle sein berühmtes Lied „ New York, New  York“ gesungen hat.

23. Oktober 2010
Unser Flieger startet erst abends um 21.25 Uhr nach Frankfurt und so haben wir noch fast einen Tag gewonnen, um New York auf eigene Faust für uns  zu erobern. – Prima ! An der 34. Straße West, wo der Broadway die 6. Avenue kreuzt liegt das größte Kaufhaus der Welt Macys. Schon vor dem Ausstieg aus dem Bus war mir klar, dass es auch diesmal nicht ohne Einkauf abgehen würde. Ich sollte Recht behalten.  Meine liebe Frau kauft bei Macys zunächst eine Tasche und dann – weil eine leere Tasche keinen Sinn macht - ein Paar Stiefel. Mit Stiefeln in der Tasche durfte ich dann durch New York spazieren, was für mich nicht neu war, schon 1997 durfte   ich von dort  eine neue Tasche mit Schuhen transportieren. Auf der Prachtstrasse Fifth Avenue schlendern wir nordwärts vorbei an vielen eleganten Geschäften und bekannten Sehenswürdigkeiten (Public Library – eine Bausstelle -, Rockefeller Center und Radio City Music Hall, dem weltbekannten Museum of Modern Art –MOMA). Wir besichtigen die St. Patricks Cathedral und die Anglikanische Kirche. Warum ist der Trump Tower so hoch ? Donald Trump musste u.a. seinem Nachbarn Tiffany  die Luftrechte für sein Hochhaus abkaufen, ein für Tiffany lohnendes Geschäft. Die Amerikaner sind verrückt. Das noch vor dem berühmten Hotel Waldorf Astoria  vornehmste und teuerste Hotel New Yorks ist das Plaza an der 5th. Ave/58. Street West direkt gegenüber dem Eingang zum Central Park. Das Plaza mit seinem eleganten Restaurant haben wir für unsere Gesundheitspause ausgesucht. Die Restrooms übertreffen die entsprechenden Marmorräumlichkeiten im Trump Tower bei weitem. Wo werden schon im Vorraum der Toiletten den „Gästen“ Pralinen angeboten ? Das Plaza ist übrigens auch eine gute Adresse, wenn man dringend Karten für die regelmäßig ausverkauften Theater am Broadway benötigt. Zur Mittagszeit erholen wir uns in der grünen Lunge Manhattans, dem Central Park, der von Wolkenkratzern, luxuriösen Villen und Appartementhäusern umgeben ist. Auf den Wegen hinter dem Zoo bereiten sich Läufer und Radler auf den bekannten New York Marathon vor. An der Brücke über den See „The Pond“ ruhen wir uns aus. Kein Mensch kann hier glauben, dass keine drei Minuten entfernt in den Straßen zwischen den Wolkenkratzern das „geschäftige Leben New Yorks peitscht“. Auf dem Rückweg zum Bus am Kaufhaus Macys kommen wir noch am Touristenzentrum New Yorks vorbei, wo in einem riesigen  Glasfenster der große rote Apfel , der Big Apple, angebracht worden ist. New York hat pro Jahr rund 50 Millionen Touristen !!! Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts führt New York den offiziellen Beinamen „Big Apple“. Es gibt viele Geschichten, die von der Entstehung dieses Beinamens erzählen (Neid, Pferderennen, schöne Frauen in New York usw.). Am überzeugensten  fand ich die Erklärungen von Heiko auf der Fahrt zum JFK – Flughafen. Wer sich in New York in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Jazzkneipen und Kellern in Harlem oder heute an den Theatern und Musicalbühnen des Broadway, in der vielfältigen Musikszene (Metropolitan Opera, Carnegie Hall, Radio Music Hall) oder im Sport (Madison Square Garden) erfolgreich durchgesetzt hat, hat den großen Apfel, den Big Apple, gewonnen. Wohl wahr. Vom Kaufhaus Macys fahren wir über die Triborough Bridge und durch Queens zum Flughafen John F. Kennedy. Von dort startet unser Flieger pünktlich Richtung Heimat. Unser hervorragender Reiseleiter Heiko verabschiedet uns im Bus mit dem Lied von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“ – wir können sagen, wir waren da und es hat sich gelohnt !!!

Fazit
Eine erlebnisreiche Busrundreise von rd. 3300 Kilometern durch den historischen Osten der USA und durch die Provinzen Quebec und Ontario in Kanada liegt hinter uns. Wir haben viele neue Eindrücke in Großstädten und  in  wunderschönen Landschaften gewonnen und bei schönstem Wetter den Indian Summer erlebt. All dies wird mir nachhaltig in Erinnerung bleiben. Nicht einen Tag dieser Reise möchte ich missen, haben sich doch für mich in der Neuen Welt weitere Horizonte geöffnet (und dies in meinem Alter).

Ausblick
BE-Reisen haben in der Vorschau für November 2011 bereits eine Reise von Tennesse nach Florida angekündigt. Auch der Süden der USA könnte von Interesse für mich sein. Wenn wir fit und gesund bleiben würden wir uns freuen, den einen oder anderen Gast unserer diesjährigen USA/Kanada Reise wiederzusehen.

In diesem Sinne grüßt  Sie alle ganz herzlich
Manfred Kaminsky