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Reisebericht Nordkap und Lofoten 2016 von Ingrid Gronert

Samstag. 2.7. Anreise über Kopenhagen nach Schweden
Es ist 06:00 Uhr – alle Mitreisenden sind da und wir fahren pünktlich vom Betriebshof ab. Zunächst geht es über Landesbergen und Nienburg, wo weitere Mitreisende zusteigen. Dann fahren wir über die Landstraße bis nach Schwarmstedt zur Autobahn, um später vorbei an Hamburg zur Raststätte Buddikate die letzte Mitreisende zusteigen zu lassen. Der Weg führt gerade aus in Richtung Norden, wir überqueren den Öresund mit einer Fähre der Scandic Line um von Puttgarden nach Rodby / Dänemark zu gelangen. Nach einer kurzen Kontrolle durch einen dänischen Grenzbeamten führt uns der Weg quer durch den kleinen Staat Dänemark. Einen Kaffeestopp machen wir noch in Farö ‐ mit Blick auf die Brücke über den Sund um dann weiter nach Kopenhagen zu fahren, wo unsere Reiseleitung uns schon am Tivoli erwartet. Sie zeigt uns ihre schöne Stadt mit sichtlichem Stolz, und erzählt uns einige nette Anekdoten über Land und Leute. Wir sehen nicht nur das Schloss mit der Wachablösung und die Meerjungfrau, sondern auch das quirlige Leben und Treiben in der Stadt. Danach fahren wir in nördlicher Richtung über die Strandstraße immer am Wasser entlang nach Helsingör. Nach 20 Minuten Wartezeit fahren wir auf die Fähre, die uns in kurzer Zeit über die Meeresenge nach Helsingborg bringt. Hier auf der schwedischen Seite benötigen wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Hotel. Nach dem Abendessen treffen wir uns in der Lobby, um gemeinsam das angesetzte Fußballspiel Deutschland gegen Italien anzusehen, was die deutsche Mannschaft nach einem spannenden Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte.

Sonntag, 3.7. Stockholm
Heute fahren wir weiter in Richtung Norden, auf der Autobahn quer durch Schweden. Wir durchfahren die Provinz Smaland, mit zahlreichen Wäldern und Seen. Die erste Kaffeepause haben wir auf einem schönen Rastplatz mit See, wo wir den leckeren Kuchen einer Mitreisenden verzehren. Unser gemeinsames rustikales Mittagessen nehmen wir mit Blick auf den Vätternsee an der Raststätte Brahus ein, eine Ruine aus dem 18 Jhd. Obwohl der Himmel bewölkt aussieht, gibt's keinen Regen. Die Weiterfahrt nach Stockholm verzögert sich, da wir unterwegs in einen Stau geraten. Trotz einer kleinen Umleitung sind wir um 18:30 Uhr pünktlich zum Abendessen im Hotel, das gleich neben dem Anleger der Reederei Silja Line liegt.

Montag, 4.7. Stockholm ‐ Fährüberfahrt
Die Hauptstadt Schwedens steht auf dem Programm. Die Reiseleitung steigt am Olympiagelände in den Bus ein und wir fahren zur Wasa, einem versunkenen Kriegsschiff aus dem 17 Jhd, das nur wenige Meter ins Meer hinaus fuhr. Wir bestaunen das riesige Wrack und fahren danach zum Stockholmer Stadhus. Hier haben wir bei blauem Himmel einen guten Ausblick auf die Stadt. Dann geht's zu einem Aussichtpunkt, wo wir auf ganz Stockholm hinab blicken können. Tivoli, die Altstadt und auch einige Insel liegen uns zu Füßen. Wie viele andere fahren wir nun zum Schloss, um uns die tägliche Wachablösung anzusehen. Im Anschluss hat jeder 3 Stunden Zeit um auf eigene Faust die Altstadt zu erkunden. Um 17:00 Uhr fahren wir mit einer Fähre der Silja Line durch die vielen Schären in Richtung Finnland. Man trifft sich an Bord und genießt die Seeluft und den Sonnenuntergang.

Dienstag, 5.7. Helsinki ‐ Varkaus
Um 9:00 finnischer Zeit kommt die Silja Symphonie pünktlich in Helsinki an, unsere örtliche Reiseleitung erwartet uns bereits zur Stadtrundfahrt. Wir lernen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen, das Sibeliusdenkmal, die Felsenkirche, und den evangelischen Dom. In der Mittagszeit kann sich jeder auf dem großen Markt im Hafen oder in der Einkaufsmeile selbst verpflegen, bevor wir weiter in Richtung Norden fahren. Nach einer Kaffeepause am Bus stoppen wir eine Stunde später in Lathi an der bekannten Sprungschanze. Hier findet im nächsten Jahr wieder die Nordische Ski‐WM statt. Am frühen Abend erreichen wir dann unser Hotel in Varkaus, mitten in der kleinen Industriestadt.

Mittwoch, 6.7. Musikinstrumentenmuseum ‐ Kuusamo
Nach dem Frühstück fahren wir in das einzige Musikinstrumentenmuseum Europas, nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Hier erleben wir eine glanzvolle, unterhaltsame Führung durch die Geschichte der mechanischen Musik. Vater und Sohn erklären und spielen mit sichtlich großer Freude auf den teilweise riesigen, alten Instrumenten ‐ wir haben alle viel Spaß dabei. Im Anschluss fahren wir weiter in Richtung Norden. Unsere Kaffeepause machen wir an einem typisch finnischen Shop, wo man nicht nur Fast Food und Süßigkeiten, sondern auch frische Erdbeeren erwerben kann. Das Picknick zur Mittagspause findet an eine Shell Tankstelle statt – immer den Blick Richtung Himmel, und wir schaffen das zwischen zwei heftigen Regenschauern. Weiter, wieder nach Norden halten wir an einem kleinen finnischen See – sehr idyllisch! Unterwegs sichten wir auch die ersten vereinzelten Rentiere. Die letzte Pause machen wir beim Stillen Volk, über 1000 Kreuze, mit Grassoden als Kopfbedeckung und alten Kleidern angezogen, sehen sie wie eine Mahnwache aus. Eine Stunde später sind wir in Kuusamo in unserem Hotel zur Übernachtung, und es regnet immer noch!

Donnerstag, 7.7. Rovaniemi ‐ Polarkreisüberquerung
Nach dem Frühstück fahren wir weiter über die Eismeerstraße in Richtung Rovaniemi. Zunächst halten wir in Höhe des Ortes Pirnu an einem kleinen See, und bewundern Mutter Natur. Der nächste Stopp ist mitten im tiefsten finnischen Wald an einer alten Flößerrutsche, die bis vor 25 Jahren Baumstämme an einem 16 m hohen Wasserfall vorbei geführt hat. Danach geht es endlich zur Polarkreisüberquerung. Leider regnet es wie aus Kübeln, sodass jeder individuell seine Mittagspause gestaltet. Bei den ersten Sonnenstrahlen treffen wir uns dann zur Polarkreistaufe wieder. Jürgen hat leckere Bowle zubereitet, die sich alle schmecken lassen. Danach stellen wir uns noch zum Gruppenfoto auf, bevor es weiter in Richtung Norden geht. Der nächste Stopp ist an einer Samihütte, die leckeren Pfannkuchen mit Beeren herstellen. Während wir kosten, regnet es wieder ‐ nass wird niemand, wir warten einfach den Regen ab. Der letzte Halt des Tages ist in Tankavara, einer alten Goldgräberstadt, die sichtlich schon bessere Zeiten gesehen hat. Nach einer kurzen Durchfahrt durch das kleine Örtchen Saariselkä geht’s nach Ivalo zum Hotel.

Freitag, 8.7. Das Nordkap
Es regnet immer noch. Wir fahren von Ivalo in Richtung Inari. Der erste Stopp findet an einer kleinen Bärenhöhle statt, die man allerdings erst nach vielen Stufen sichten kann. Weiter geht's zum Inarisee, wo sich viele in einem kleinen Supermarkt mit Bananen und Keksen eindecken. Dann fahren wir in Richtung norwegische Grenze, 70 km durch mooriges Gelände. Als der Regen nachlässt, halten wir dann an einem kleinen Nationalpark mit WC Hütte. Einige wagen einen kurzen Spaziergang ins Unterholz, machen aber intensiv Bekanntschaft mit den heimischen Mücken. Dann verlassen wir Finnland und fahren über die Grenze nach Norwegen. Unsere Mittagspause verbringen wir in Kasajok, der heimlichen Hauptstadt der Samen. Während wir das Picknick zubereiten, besorgen sich die anderen Mitreisenden norwegische Kronen. Die Straße führt weiter in Richtung Norden E6, vorbei an Lakselv zum Porsangerfjord mit kurzem Fotostopp. Die nächste Pause nutzen wir um Steinhaufen zu bauen, bevor wir 100 km weiter durch einen Tunnel auf die Insel Mageroya fahren. Unser Hotel befindet sich gleich hinter Höningsvag und ist sehr zweckmäßig gebaut. Pünktlich um 18:00 Uhr erhalten wir unser Abendessen um anschließend mit dem Bus zum Nordkap zu fahren. Der Regen hört zwar auf, doch der dicke Nebel bleibt, teilweise kann man nur wenige Meter vorausschauen. Auf dem 40 km langen Weg zum Kap stoppen wir an einem Samenzelt. Dort sehen wir auch eine Herde Rentiere über die Landstraße laufen. Oben angekommen ist es immer noch sehr neblig. Wir machen das Beste daraus und sehen uns die interessante Nordkaphalle von innen an. Der gelungene 3 D Film, die Ausstellungen und die Nordlichtshow sind sehr beeindruckend. Im Bus stoßen wir noch gemeinsam mit einem Glas Sekt an. Die Rückfahrt zum Hotel erfolgt wieder im dicksten Nebel.

Samstag, 9.7. Tromsö
Wir fahren wieder zurück über die Insel Mageroya und machen den Toilettenstopp an einer Tankstelle ‐ leider mit einem Schweizer Bus zusammen, sodass alles etwas länger als geplant dauert. Danach fahren wir entlang des Altarfjords, wo wir kurz vor Altar eine Kaffeepause mit Blick auf den Fjord machen. Weiter entlang der E6 in Richtung Süden. In Olderdalen nehmen wir die kleine Fähre bis zur Halbinsel Lüngen. Kurz nachdem wir aus dem Hafen fahren, entdeckt einer der Mitreisenden einen jungen Elch am Wegesrand. Jürgen hält sofort, damit auch alle die Möglichkeit haben das Tier aus nächster Nähe zu fotografieren. Dann geht's weiter zur nächsten Fähre. Eine halbe Stunde später sind wir in Tromsö im Hotel. Beim Abendessen klappt leider der Service nicht wirklich, sodass wir etwas länger warten müssen.

Sonntag 10.7. Hurtigruten, Stokmarknes‐Svolvaer
Nach dem extrem guten Frühstück reisen wir von Tromsö aus wieder in Richtung Süden. Wir fahren auf der E 6 und nutzen dann eine kleine Nebenstrecke über die 825 immer entlang eines Fjords um auf die Vesterolen zu kommen. Unterwegs genehmigen wir uns lediglich eine kurze Kaffeepause, da wir ja unser Postschiff in Stokmarknes um 15:15 Uhr erreichen möchten. Kurz nach 15:00 Uhr besteigen wir die „Lofoten“, ein Hurtigruten Schiff aus der ersten Generation. Da es recht kalt ist, und das Schiff nur wenige Sitzplätze innen hat, können wir uns auch im Restaurant aufhalten. Die Hartgesottenen bleiben aber draußen an Bord, und erleben die Inselwelt der Lofoten mit frischem Wind. Der Regen hat aufgehört und wir genießen die schroffen Felswände im mystischen Nebel. Die Fahrt durch den Raffsund und in den Trollfjord ist gigantisch. Vor uns her fährt die ganze Zeit das Hurtigrutenschiff Spitzbergen. Wir sehen Seeadler, riesige Vögel, die über einem kleinen Boot kreisen. Gegen 18:30 Uhr legt die Lofoten in Svolvaer im Hafen an, wo uns Jürgen schon erwartet. Unser Hotel ist nur wenige Meter entfernt, sodass wir sofort zum Abendessen gehen.

Montag, 11.7. Svolvaer
Heute kann sich jeder den Tag selbst gestalten. Die Sonne lacht und wir können die kleine Stadt genießen. Am Nachmittag treffen wir uns zu Kaffee und Kuchen am Bus, Übernachtung wieder in Svolvaer.

Dienstag 12.7. Bodö ‐ Mo i Rana
Wir fahren von Svolvaer aus 123 km die Lofoten Straße hinunter. Vorbei an kleinen Inseln, Holzgerüsten mit Stockfisch, roten und gelben Fischerhäusern, über schmale Brücken und enge Tunnel. Die Inseln sind oft miteinander verbunden und wir haben eine herrliche Aussicht auf die unglaublich vielfältige Landschaft. Nach einem kurzen Fotostopp kommen wir 2 Stunden später in Moskenes an, die Fähre läuft auch gerade in den Hafen ein. Eine Stunde später stechen wir dann in See, um das Inselreich in Richtung Festland zu verlassen. Die Überfahrt dauert fast 4 Stunden, und so mancher holt sich an Deck einen Sonnenbrand. In Bodö angekommen fahren wir wieder auf der B6 vorbei an Fauske zum Nationalpark Saltfjell. Wir stoppen wieder am Polarkreis und bewundern in dem Shop die ausgestopften Tiere: Elch, Eisbär und ein Seeadler sind zu sehen. Weiter geht's über die Hochebene und durch dunkle Wälder bis nach Mo i Rana zur Übernachtung.

Mittwoch, 13.7. Trondheim
Weiter führt uns der Weg über die E6 in Richtung Süden. Unser 1. Stopp ist an dem Wasserfall Laksfossn, wo sich unglaubliche Wassermassen über eine 17 m hohe Fallhöhe ergießen. Die Kaffeepause machen wir am Tor des Nordens, Trondelag, wo sich eine deutsche Touristin über unseren parkenden Bus beschwert, der ihren PKW eingekesselt hat. Am Mittag sind wir in Moskenes, wo wir wieder unser Picknick zubereiten. Noch eine weitere Pause mit Blick auf den Trondheimfjord, dann sind es nur noch wenige Kilometer bis Trondheim. Hier steuern wir noch den berühmten Dom an, bevor es ins Hotel am Marktplatz geht.

Donnerstag, 14.7. Oslo
Wir reisen immer weiter auf der E6 in Richtung Süden, unser 1. Stopp ist auf einem kleinen Parkplatz mit WC an einem kleinen Fluss. Im Anschluss fahren wir durch den Dovrefjell Nationalpark bis zu den Dovregrubben. Hier befinden sich ein netter Souveniershop mit Trolle und auch ein entzückendes Museum mit ausgestatteten Räumen des letzten Jahrhunderts. Bei der Weiterfahrt sehen wir sogar einen Elch am Waldrand stehen. Wir fahren weiter durch die tiefen Wälder,das Gudbrandstal bis nach Ringelbue. Nach unserem gemeinsamen Picknick sehen wir uns eine der berühmten Stabkirchen Norwegens an, erhalten sogar eine Einführung von einem norwegischen Studenten in deutscher Sprache. Weiter geht's in Richtung Oslo mit Stopp in Lillehammer, der ehemaligen Olympiastadt. Hier fotografieren wir die 120 m lange Sprungschanze bevor es nach Oslo in unser zentral gelegenes Hotel, unweit vom Rathaus geht.

Freitag, 15.7. Oslo – Göteborg
Stadtrundfahrt – wir besuchen die wichtigsten Punkte dieser lebendigen Hauptstadt, und lassen uns vom Reiseleiter viel über das Leben der Norweger erzählen. Dabei darf natürlich der Spaziergang durch den berühmten Vigelandpark, die bekannte neue Oper und der Besuch der riesigen Holmenkollen Sprungschanze nicht fehlen. Im Anschluss haben alle noch genügend Zeit Oslo auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir dann über die Autobahn nach Göteborg – Schweden fahren. Aufgrund eines langen Staus unterwegs kommen wir gerade noch rechtzeitig zum Fährhafen der Stena Line, wo wir dann direkt auf‘s Schiff fahren.

Samstag, 16.7. Kiel– Minden
Nach einer ruhigen Überfahrt und einem guten Frühstück kommen wir pünktlich um 09:15 Uhr in Kiel an. Trotz viel Verkehr auf den Autobahnen kommen wir gut durch und sind am Nachmittag wieder in der Heimat.

Fazit:
Grandiose Natur im Land der Trolle, Wikinger und Polarforscher. Tiefe Fjorde, hohe Berge, große Wasserfälle gleiten an einem vorbei….ob im Bus oder auf dem Postschiff der legendären Hurtigruten. Vier große, moderne Hauptstädte Skandinaviens – im Sommer voller Lebenslust, und auch die Nächte sind taghell! Man fühlt sich ganz winzig bei diesen Dimensionen in Skandinavien… und auch auf die Natur hat der Mensch keinen Einfluss, sodass wir den (vielleicht) Höhepunkt unserer Reise, das Nordkap im dicksten Nebel erlebt haben! Das Ende der Welt besitzt für uns Menschen eine besondere Magie, doch das Nordkap ist gerade durch seine Lage Regen, Nebel und eisigem Wind ausgesetzt. Dafür sind wir mit Bilderbuchwetter, Sonne pur auf den Lofoten belohnt worden!