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Reisebericht Mexiko 2016 von Ingrid Gronert

27.02.16 Anreise Cancun
Mit den Transferfahrzeugen über Nienburg und Bielefeld werden alle Mitreisenden nach Langenhagen zum Flughafen gebracht. Leider fehlen 2 Reisepässe, sodass jeder ein bisschen mit Sorge darauf wartet, dass diese nach gebracht werden. Ein bisschen Aufregung vor einer so großen Tour muss ja sein… Danach läuft es aber reibungslos: Der Flieger von Hannover nach Frankfurt, und auch der Langstreckenflug nach Cancun, ist pünktlich und angenehm ruhig. Nach 12 Stunden Flug in Mexiko angekommen, müssen wir erst zur Passkontrolle. Wir stehen geduldig in der langen Schlage, stehen ganz vorne - und dann packt der Beamte seelenruhig seine Sachen zusammen und verlässt seinen Platz. Also reihen wir uns artig in die andere Schlage ein und sind fast die Letzten. Am Kofferband warten schon die anderen Mitreisenden und wir gehen gemeinsam durch die Zollkontrolle. Unser Reisebus mit dem örtlichen Reiseleiter wartet schon auf uns und wir fahren gemeinsam, mit einem Zwischenstopp an einem Geldautomaten, zu unserem Hotel zur 1. Übernachtung. Es ist inzwischen 23 Uhr Ortszeit, also 7 Stunden zurück. Einige aus der Gruppe sind nach diesem langen Tag schnell im Zimmer verschwunden, der Rest bekommt noch etwas zu essen und genießt einen kleinen Absacker.

28.02.16 Cancun - Chetumal
Pünktlich um 8:30 Uhr fahren wir von Cancun aus in Richtung Süden. Unser 1. Stopp ist an der Majastätte Tulum. Wir fahren mit einer kleinen Bimmelbahn vom Parkplatz zu den Ruinen. Hier zeigt uns der Reiseleiter bei einem kleinen Rundgang die hohe Außenmauer der Anlage und einige erhaltene Gebäude. Die einmalige Lage direkt am Meer, der Zugang zu einer kleinen Badebucht und die phantastische Natur mit vielen außergewöhnlichen Pflanzen und Tieren haben uns sehr beeindruckt. Leguane, Pelikane, einen Nasenbär in ihren natürlichen Lebensräumen zu sehen ist unglaublich. Nach der Mittagspause fahren wir weiter in Richtung Süden, nach Bacalar. Hier besuchen wir ein kleines Museum und lernen die Geschichte der Bevölkerung und der Piraten in der Region kennen. Wir sehen ein kleines spanisches Fort und anschließend machen wir eine Pause am Cenote Azul - einem kleinen See mit 90 m Tiefe, wo wir unsere Füße zum Baden ins Wasser halten. Weiterfahrt zum Hotel, gemeinsames Abendessen und Übernachtung in Chetumal, an der Grenze nach Belize.

29.02.16 Chetumal - Becan
Nach dem Frühstück reisen wir in die Rio Bec Region nach Kohunlich. Hier finden wir umgeben von Palmenhainen, idyllisch gelegene Majaruinen vor. Mutterseelenallein lernen wir viel über den Rio Beck Stil und auch die Ballspiele der Majas kennen. Nebenbei erfahren wir auch viel über die ungewöhnlichen Bäume der Region und können auch in einem Baumwipfel einen Falken entdecken. Weiter geht's zur Majastadt Becan. Vorher halten wir in dem kleinen Dorf Xpuhil, um uns in einem Supermarkt mit Keksen, Käse und Obst für die Mittagspause einzudecken. Auch in Becan sind wir fast allein. Der Reiseleiter klärt uns über die ungewöhnliche Vegetation und die steinernen Betten der Majas auf. Bei einem fliegenden Händler können wir geschnitzte Figuren aus Tonkanüssen kaufen. Danach spazieren wir über den großen Ballspielplatz der Anlage und klettern die vielen Stufen einer Pyramide hoch. Von hier aus haben wir einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Nur 8 Kilometer weiter steigen wir wieder aus, um uns die Tempel von Chicanna anzusehen. Dieses Haus des Schlangenrachens ist nur eine kleine Stätte. Wir erklimmen die vielen, sehr unterschiedlichen Stufen des Tempels und werden, oben angekommen, mit einem herrlichen Blick über den Baumwipfeln belohnt. Durch den lichten Buschwald schauen wir uns noch das Markenzeichen von Chicanna an – eine Monstermasken-Fassade. Nach einer halben Stunde Busfahrt haben wir unser ungewöhnliches Hotel im Urwald erreicht. Die Rezeption ist eine kleine offene Hütte und jeder bekommt einen eigenen Bungalow, ohne Glas im Fenster - aber mit warmen Wasser und einer urigen Innenausstattung. Am späten Nachmittag treffen wir uns am Pool wieder - sehr idyllisch aber recht kaltes Wasser.

01.03.16 Becan - Palenke
Nach einer ungewöhnlichen Nacht im Urwald fahren wir nur 700 m bis zum Eingang des Nationalpark Calakmul. Hier müssen wir in 2 kleine Fahrzeuge umsteigen. Gemeinsam geht es nun, über recht unwegsame Pisten, in die 60 km entfernte Majastadt Calakmul. Unterwegs gibt es einen kurzen Stopp, um einen wilden Truthahn zu fotografieren. Die Ausgrabungen selbst sind sehr weitläufig, über Fußwege zu erreichen. Einige klettern die 45m hohe Pyramide mit sehr vielen Stufen hinauf und werden mit phantastischen Ausblicken über den Baumwipfeln belohnt. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sichten wir in den Baumkronen einige Affen, die sich gemütlich von Ast zu Ast schwingen. Dann folgt wieder die Rückfahrt durch den Dschungel - über Stock und Stein. Für unsere Mittagspause halten wir in Pte Dias Oraz, in einem kleinen typischen Lokal. Hier gibt's nicht nur Suppe und frisch gepressten Orangensaft, sondern auch einen kleinen Shop mit allem, was ein Reisender so braucht - von Aspirin bis Zahnpasta. Die folgenden 2 Stunden durchqueren wir den nächsten Bundesstaat Tabasco und nach dem Grenzübergang erreichen wir den nächsten Übernachtungsort Palenke.

02.03.16 Palenke
Heute steht die historische Stadt Palenke auf dem Programm. Ein Mitreisender muss leider aus gesundheitlichen Gründen im Hotel bleiben. Wir anderen fahren mit unserem Bus zum Nationalpark und sehen uns zunächst das kleine Museum mit den Masken, Grabbeilagen und dem Sarkophag an. Danach besichtigen wir die weitläufige Anlage mit einer Vielzahl an Gebäuden. Hier finden wir auch zum ersten Mal viele Souvenierhändler, die ihre Waren auf der Erde feilbieten. Beeindruckende Paläste, große und kleine Tempel dienten religiösen und weltlichen Zwecken. Wir klettern durch die Anlagen, sehen viele Reliefs und Skulpturen vergangener Zeiten. Danach fahren wir mit dem Bus zum Cascasdas Agua Azul – den schönsten Wasserfällen Mexikos. Der Rio Yas stürzt in breiten, weißschäumenden Kaskaden über zahlreiche Feldtreppen, umrandet von üppigem Grün an den Ufern. In einem kleinen Lokal machen wir unsere Mittagpause und spazieren dann langsam zwischen den vielen kleinen Souvenierbuden entlang des Wasserfalls. An den ruhigen, mit Seilen markierten Stellen kann man auch baden – aber im Fluss ist die Strömung zu stark. Rückfahrt wieder zum Hotel und Übernachtung in Palenke.

03.03.16 Palenke - Campeche
Frühe Abfahrt um 8:00 Uhr - da wir heute 500 km zu bewältigen haben. Die Fahrt führt wieder in Richtung Norden, mit Stopp an dem kleinen Restaurant „Da Inge“, wo wir gestern schon gehalten haben. Wir fahren weiter auf der B 261 und halten in dem kleinen Örtchen Chompoton, direkt am Golf von Mexiko. Auf den im Meer schwimmenden Booten sitzen Kormorane, Pelikane und Möwen einträchtig nebeneinander. Der Bus hält im Ort und wir spazieren durch eine Markthalle. Hier wird nicht nur frischer Fisch, sondern auch Fleisch, Geflügel und Obst angeboten und unsere Reiseleiter erklärt die besondere Vielfalt. Weiterfahrt über ein kurzes Stück Autobahn bis nach Campeche, hier in Mexiko eine besondere Stadt mit einer eigentümlichen Altstadt. Wir spazieren durch die alte Festungsmauer entlang der knallbunten Häuser und bewundern die vielen kleinen Geschäfte, die die Einheimischen mit allem versorgen. Unser Hotel besteht aus 2 Teilen - die Zimmer auf der einen Seite der Kreuzung, das andere Gebäude mit dem Restaurant zum Essen auf der anderen Seite.

04.03.16 Campeche - Merida
Es regnet, und wir wollen um 8:00 Uhr losfahren. Leider sind die Koffer aus unserem Hotel noch nicht da. Der Reiseleiter fragt nach und einige Zeit später, werden sie auf einem Handkarren gebracht. Unser 1. Ziel ist heute die kleine Stadt Becan. Hier lernen wir wie in Mexiko die Sombreros von Hand hergestellt werden. Dann fahren wir nach Uxmal - einer bekannten Majastätte mit großen rechteckigen Plätzen, um die die Bauten gruppiert sind. Wir bewundern die ovale Pyramide des Wahrsagers, die man nicht besteigen kann und gehen dann in den großen Hof dahinter. Hier können wir viele Leguane fotografieren. Danach spazieren wir über den Ballspielplatz zum Tempel und zur Gran Pyramide, um den Ausblick auf das ganze Arenal zu genießen. Mittagspause und danach Weiterfahrt über Land bis nach Celestun, an der gleichnamigen Lagune gelegen. Dort  besteigen wir zwei kleine Boote, die mit uns ins Naturreservat fahren. Wir sehen über uns hinweg Pelikane, Kormorane und Fregattvögel fliegen. Am Uferrand haben sich weiße Reiher niedergelassenen und im Dickicht haben wir ein Krokodil beobachten können. Ein Boot fährt mit vollem Tempo weiter und so scharf in die Kurve, dass die Bootsinsassen eine Schlammwelle abbekommen. Wir kommen dann zu den im Wasser stehenden Flamingos - ein herrlicher Anblick. Die Motoren werden ausgestellt und wir haben den roten Langbeinern beim Fressen zugesehen. Danach fahren wir noch mit dem Boot durch den dichten Mangrovenwald - unglaublich. Der Höhepunkt ist ein Spaziergang über einen Steg zu einer kleinen Wasserquelle. Allerdings gibt es hier reichlich Moskitos, sodass wir anschließend zügig zum Boot zurückgehen. Nach der Bootstour fahren wir weiter bis Merida, wo sich unser Hotel im Zentrum befindet.

05.03.16 Merida – Chichen Itza
Es regnet in Merida. Kurz nach 9 Uhr treffen wir uns an der Rezeption um die Stadt gemeinsam zu Fuß zu erkunden. Wir gehen durch die vollen Straßen, bemüht nicht in eine der vielen Pfützen zu treten. Erster Stopp an einem Bankautomat, dann schauen wir uns die belebten Markthallen an. Es ist sehr beeindruckend, viele Menschen - Fische, Obst, Gemüse, Schuhe, Kleider, alles was man für den täglichen Bedarf braucht. Hier tobt das Leben und wir werden von den Mexikanern gemustert. Danach gehen wir noch ins Zentrum und sehen uns die alten Kolonialbauten der Stadt an: Der Grand Place - das Herz der Stadt, der Regierungspalast, das Rathaus und die alte Kathedrale. Hier findet gerade ein Gottesdienst statt. Die Weiterfahrt führt nach Izamal, einem kleinen Städtchen mit 20.000 Einwohnern. Hier, in der gelben Stadt, besuchen wir erst das gelbe Franziskaner Kloster und besteigen anschließend eine kleine Pyramidenplattform nördlich der Plaza. Leider setzt ein leichter Regen wieder ein, und nach der gemeinsamen Mittagspause fahren wir nach Piste, unserem nächsten Übernachtungsort der nur 3 km von Chichen Itza entfernt liegt.

06.03.16 Chichen Itza - Puerto Aventuras
Schon um 8:00 Uhr Abfahrt in die nur 3 km entfernte Majastätte - in der Hoffnung, dass der größte Touristenstrom erst später kommt. Hier ist alles noch ruhig, die fliegenden Händler bauen ihre Stände gerade erst auf und wir sind die ersten an der Kukulkan-Pyramide.  Es ist ein gewaltiges Bauwerk und das Wahrzeichen Chichen Itza, eines der sieben Weltwunder, symbolisiert durch zwei mächtige Schlangenköpfe. Wir spazieren danach zum riesigen Ballspielplatz, vorbei am Jaguar Tempel. Unser Reiseleiter erklärt anhand der Reliefs die Bedeutung der Gebäude. Wir werfen auch noch einen Blick in die Heilige Cenote, mit blauem Wasser und einer Tiefe von 30 m. Hier wurden, nach altem Brauch, Menschen lebendig den Göttern geopfert. Unser weiterer Rundgang führt uns zu einem Observatorium - einem Rundbau und zum Grab eines Hohenpriesters. Alle Gebäude sind nicht mehr zu betreten oder zu besteigen. Nach dem Besuch der Ausgrabungsstätte fahren wir noch zu der unterirdischen, etwas außerhalb liegenden Cenote Dzitnup - eine geheimnisvolle Höhle mit Türkis glasklarem Wasser. Durch die Öffnung in der Höhlendecke wachsen die Wurzeln eines alten Baumes und im Innern sind viele Mexikaner mit ihren Kindern im Wasser. Wir müssen über eine sehr steile Treppe, mit Hilfe eines Seiles, ins Innere hinabsteigen, und finden uns in einer riesigen Tropfsteinhöhle wieder. Nach diesem Stopp fahren wir 2 Stunden weiter bis nach Puerto Aventuras, 20 km südlich von Playa del Carmen. Kein Abenteuer-Hafen, sondern eine große Anlage mit Appartements, Luxushotels, Restaurants,  Parkanlagen und Tennisplätzen. Nachdem alle eingecheckt haben, erkunden wir die weitläufige Anlage. Wir treffen uns zum Abendessen im Grillrestaurant und genießen das vielfältige Essen. Nach einem Absacker in der Bar, sind die meisten in ihren Zimmern verschwunden.

07.03.16 Puerto Aventuras
Die Zimmer und auch die ganze Hotelanlage sind an einer kleinen Sandbucht sehr exklusiv angelegt, und wir können das „All-Inclusive“ Paket genießen. Also sind alle Getränke, alle Mahlzeiten und auch das Unterhaltungsprogramm im Preis inbegriffen. Der heutige Tag ist nur zum Ausschlafen, ausspannen und genießen da. Man sitzt unter Palmen, badet im seichten Wasser oder döst in der Sonne. Hier gibt's auch viel zu erleben. Eine Bootstour, schnorcheln oder die Delfinshow - es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

08.03.16 Puerto Aventuras – Transfer Flughafen Cancun
Am heutigen Vormittag können wir noch die Sonne und die schöne Anlage genießen! Am späten Nachmittag werden wir von einem Transferfahrzeug abgeholt, das uns zum Flughafen Cancun bringt. Um 22:35 Uhr fliegen wir dann mit der Lufthansa bis nach Frankfurt, ein sehr ruhiger und angenehmer Flug von 10 Stunden.

09.03.16 Frankfurt – Hannover – Minden
Gegen 15:00 Uhr Ankunft in Frankfurt. Unser Weiterflug nach Hannover ist um 17:00 Uhr, sodass wir um 18:00 Uhr dort ankommen. Unsere Transferfahrzeuge nach Nienburg und Bielefeld warten schon, sodass eine abenteuerliche Reise nach 12 Tagen zu Ende geht.

Fazit:
Mexiko – ein Land der Gegensätze: Die alten Mayaschätze Yukatans, die Traditionen der Menschen, das bunte Leben der Märkte und die modernen Städte heute. Wir besuchten die Unesco-Welterbestätte Chichen Itza, steckten unsere Füße in eine 90 Meter tiefe natürliche Cenote, genießten den Urwald während vieler Spaziergänge und bestaunten Pelikane und Flamingos in ihrer natürlichen Umgebung. Die Halbinsel Yukatan in ihrer ganzen Vielfalt hat uns in ihren Bann gezogen!