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Reisebericht Marokko 2014 von Ingrid Gronert

Sonntag,13.4. Minden - Valence
Morgens um 5:00 Uhr fanden sich die meisten Reisegäste pünktlich auf dem BE-Betriebshof ein und es ging bei strahlender Sonne in Richtung Süden. Die Reise führte uns vorbei an Köln quer durch die Eifel, Trier, Luxemburg, Metz, Nancy, Dijon, Lyon zur Zwischenübernachtung nach Valence.

Montag, 14.4. Valence – Barcelona
Gegen Mittag kamen wir in der katalanischen Hauptstadt an, und konnten einen ausgiebigen Bummel auf der berühmte Ramblas unternehmen, Übernachtung.

Dienstag, 15.4. Barcelona - Valencia
Die kompetente spanische Reiseleitung führte uns durch die Kirche Sagrada Familia, vom berühmten Architekten Gaudi. Bei der anschließenden Rundfahrt konnten wir noch viele weitere Schönheiten der Stadt bewundern. Weiterfahrt nach Valencia, wo wir unser Hotel an einer 5 spurigen Einbahnstraße erstmal suchen mussten, Übernachtung.

 Mittwoch, 16.4. Valencia - Costa del  Sol
Die Stadtrundfahrt begann gleich nach dem Frühstück, hier konnten wir super moderne Architektur gleich neben mittelalterlichen Gebäuden bewundern. Die weitere Reise führte uns weiter in Richtung Süden, an der erühmten Costa del Sol entlang, vorbei an Alicante, Murcia, und Almeria. Übernachtung.

 Donnerstag, 17.4. Costa del Sol - Marokko
Wir fuhren nach Algeciras, und nahmen dort die FRS - Fähre nach Ceuta, der spanischen Enklave auf afrikanischem Boden. Dabei überquerten wir in knapp einer Stunde die berühmte Meeresenge von Gibraltar. Hier in Ceuta (Afrika) befanden wir uns noch auf spanischen Boden. Entlang der Küstenstraße nur wenige Kilometer weiter, befand sich die Grenze. Die Grenzhelfer waren sofort zu Stelle um uns gegen Bakschisch bei den Formalitäten zu helfen. Auch unser neuer Begleiter Mohammed, der uns die nächsten Tage führte, tauchte wie aus dem Nichts auf. Pässe wurden eingesammelt, ein blauer Zettel von uns ausgefüllt, um anschließend vom Zoll abgestempelt zu werden. Nach nur 15 Minuten war alles erledigt und das Abenteuer konnte beginnen. Wir fuhren in Richtung Tanger zu einer neuen, gut ausgebauten Autobahn, vorbei an unglaublich grünen Hügeln mit Olivenhainen, Pfirsichplantagen und Orangenbäumen. Die Autobahn führte uns entlang der Küste nach Rabat, anschließend ins Landesinnere über Meknes nach Fes zur nächsten Übernachtung.

Freitag, 18.4. Fes
Zunächst unternahmen wir eine kurze Rundfahrt in dieser neuen Welt der Kontraste. Die älteste Köngsstadt Marokkos ist der wichtigste Knotenpunkt der Handelsstraßen zwischen der Wüste und dem Mittelmeer. Am Königspalast können wir zusehen, wie das Eingangstor mit Zitronensaft gereinigt wurde. Im Anschluss fuhren wir an eine Burgruine um uns einen Überblick über die Altstadt zu verschaffen. Dann gingen wir zu Fuß durch das berühmte Tor Bab Boujeloud, mit glasierten Kacheln geschmückt, in die Medina. Hier gab es eine riesige Vielfalt an fremden Eindrücken. Egal ob es sich um einen Djellaba, Babouches (Pantoffeln), Keramik, Schmuck, Teppiche oder Lederwaren handelt, hier fand man alles. Wir besuchten einen Teppichhändler und tranken süßen Pfefferminztee. Danach konnten wir die Marokkanische Küche genießen: Couscous mit Huhn oder Rind mit Pflaumen, serviert in einer Tajine, einem Tontopf. Gut gestärkt führte uns Mohammed zum Souk der Färber. Um den strengen Geruch der gegerbten Tierfelle zu übermalen, erhielten wir einen Minzezweig. 3 Stockwerke höher kamen wir auf eine Aussichtsterrasse, von wo wir die alten Steinbecken der Färber sehen konnten. Männer schleppten schwere Felle zu den Farbtöpfen, um sie zu bearbeiten, zu färben, und anschließend zu trocknen. Danach konnten wir Lederwaren, z. B. Hüte, Taschen, Jacken oder Portemonnaies käuflich erwerben. Zusammen gingen wir wieder zum Bus, der uns auf eine Aussichtsterrasse brachte, hoch über der Altstadt. Rückfahrt zum Hotel.

Samstag, 19.4. Fes - Meknes
Der Weg führte uns durch das Hochland, mit einem Fotostopp an einem Stausee. Am Wegesrand konnten wir viele kleine Gemüsefelder mit Kartoffeln, Zwiebeln, Porree, Salat und Artischocken sehen. Auf dem Feld und am Straßenrand waren die Menschen mit der Feldarbeit beschäftigt. Ohne Maschinen, nur mit Hand bzw einem Eselskarren. Unser nächstes Ziel war die römische Ausgrabungsstätte Volubilis aus dem 1. Jh. v. Chr. Hier konnten wir neben einer römischen Ölmühle mehrere Patrizierhäuser mit schönen Mosaiken, einen unvollständig restaurierter Triumphbogen und viele ausgedehnte Ruinenfelder aus der römischen Zeit während einer Führung bewundern. Dann fuhren wir nach Meknes zum Königspalast, entlang einer langen Lehmmauer. Hier konnten wir das eindrucksvolle Stadttor Bab Mansour mit seinen Flisendekors bewundern. Dann ging es wieder in die Souks, wo alles Mögliche produziert wird: Kleider, Tücher, Taschen, Pantoffeln und vieles mehr. Man wusste kaum, wo man zuerst hinsehen sollte, so viele Eindrücke, so viele Gerüche prasselten auf einen herein. Das gemeinsame Mittagessen haben wir in der Nähe des Palastes eingenommen. Es gab typisch marokkanische Küche, Pastilla Blätterteig mit einer aromatischen Füllung aus Taubenfleisch mit Ingwer und Safran gewürzt. Sehr lecker! Gut gestärkt besuchten wir noch den königlichen Golfplatz, und anschließend konnten wir noch einem Handwerker beim Verarbeiten von Silber und Kupfer zusehen. Natürlich konnte man Schmuck, Kupferteller u. v. a. käuflich erwerben. Die weitere Rundfahrt führte uns vorbei an der königlichen Pferderennbahn zum Gelände der Agrarmesse, die im Mai stattfindet. Fahrt zum Hotel zur Übernachtung.

Sonntag, 20.4. Meknes - Casablanca - Rabat
Wieder fuhren wir über die Autobahn in Richtung Meer, um nach Casablanca zu gelangen. Hier erwartete uns eine moderne Industriestadt mit Hochhäusern, großen Boulevards und Palmen. Fast alles hier stammt aus dem 20. Jh. Als erstes besichtigten wir die moderne Moschee Hassan II. Der neue Leuchtturm des Islams mit seinem 210 m  hohen Minarett. Es ist die größte außerhalb Mekkas, mit einer Fläche von vier Fußballfeldern. Wir durften nicht nur den Innenraum für die Gläubigen besichtigen, sondern auch die Waschräume und das unterirdische Wasserbecken (Hamman). Sehr beeindruckend ! Anschließend konnten wir einen kurzen Spaziergang auf dem Boulevard de  la Corniche unternehmen, wo neben vielen Luxushotels und schicken Restaurants direkt am Atlantik auch Mc Donalds und andere Fast Food Lokale zu finden sind. Auf dem Weg nach Rabat fuhren wir natürlich noch an Rick's Cafe vorbei, berühmt geworden durch den Spielfilm Casablanca von 1943 mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann. An der Küstenstraße zurück reisten wir nach Rabat, der derzeitigen Königsstadt. Wir fuhren durch den königlichen Park, mit wunderschönen Alleen. Unser 1. Stopp war am Palast, wo wir einen Wachwechsel und auch die Leibgarde des Königs fotografieren durften. Danach spazierten wir durch die Medina. Dort sahen wir Handwerker bei der Arbeit zu: Schneider beim Nähen, oder Weber beim erstellen von Teppichen... Anschließend folgte noch ein Spaziergang durch die Kasba, ein Wohnviertel mit ganz besonderer Atmosphäre, die uns alle beeindruckte. Zum Ende des Tages besuchten wir noch das berühmte Mausoleum mit den Gräbern von Mohammed V. und Hassan II. , das von einer Ehrenwache beschützt wird. Daneben befinden sich die Ruinen einer Moschee aus der Almohaden-Zeit. Hier war enormer Trubel auf den Plätzen, Übernachtung.

Montag, 21.4. Rabat - Tanger
Fahrt über die Autobahn nach Tanger, der weißen Stadt am Meer. Wir fuhren entlang der endlosen Strandstraße, mit Fotostopp.  Hier standen auch Dromedare, für Safaries . Danach konnten wir in einer Hafenbar noch einmal die gute marokkanische Küche genießen, frittierten Fisch für alle ! Danach ging es zu Fuß weiter. Wir gingen über den Grand Socco durch einen Torbogen in die Medina, ein Labyrinth von belebten Straßen. Am Ende kamen wir auf den Petit Socco, ein freier Platz mit vielen Cafes, wo wir noch einige Souveniere kaufen konnten.  Am Abend verabschiedeten wir uns von unserem Reiseleiter Mohammed, Übernachtung in Tanger.

Dienstag, 22.4. Tanger - Tanger med (Fährhafen)
Jeder hatte am Morgen Zeit sein Gepäck zu sortieren, denn wir fuhren gemeinsam erst gegen 10 Uhr mit einem französischem Begleiter zum Hafen Tanger med. Dort angekommen tauschten wir unseren Voucher gegen die Schifftickets. Danach brachte Jürgen uns zum Passagier Terminal. Hier stiegen wir aus und gingen mit unserem Gepäck durch die Polizei Kontrolle, erhielten unseren Ausreisestempel und mussten nur noch den Zoll passieren. Europa hatte uns wieder !!   Danach wurden alle Reisenden mit einem Transferbus zu einem Aufenthaltsgebäude gebracht, wo sich neben einer kleinen Einkaufsmeile auch ein Imbiss, und Toiletten befanden. Nach einer weiteren Stunde wurden wir wieder mit einem Transferbus zum Schiff gebracht. Die ganze Prozedur hatte fast 3 Stunden gedauert! Aber alles lief ruhig und angenehm ab.  Unsere Fähre, die Majestic entpuppte sich als sehr großes, angenehmes Schiff. Jeder erhielt seine Kabine und man traf sich an Deck um das Auslaufen zu beobachten. Alle freuten sich Jürgen mit unserem BE - Bus vor dem Schiff stehen zu sehen. Er musste noch eine gründliche Inspektion ( Drogenhunde, Blinde Passagiere) des Fahrzeugs über sich ergehen lassen, bevor er auch auf das Schiff fahren durfte. Fahrt wieder durch die Straße von Gibraltar, vorbei an dem berühmten Felsen im Mittelmeer, Übernachtung an Bord.

Mittwoch, 23.4. Tanger med - Mittelmeer
Ein Tag auf See... Man traf sich an Deck, beim Essen, hielt Small Talk und genoss einfach nur die angenehme Sonne...

Donnerstag, 24.4. Sete -  Spanien - Heimreise
Nach einer ruhigen Nacht legte gegen 9:00 Uhr die Fähre in Sete an, und unsere Heimreise entlang der Küste, bzw quer durch Frankreich begann. Ankunft in den Heimatorten am späten Abend.

Fazit:
Wir waren auf unserer Reise in einem Land voller Kontraste, mit klangvollen Namen wie Fes, Meknes, Tanger oder Casablanca. Wir kamen mit vielen Vorurteilen über die Menschen, den Islam, und der unbekannten arabischen Welt nach Marokko, und wurden in jeder Hinsicht eines besseren belehrt. Alte Reiseführer müssen neu bearbeitet werden, denn das junge, neue Marokko hat in den letzten Jahren enorm aufgeholt. Nicht nur moderne Wolkenkratzer sind entstanden, auch zeitgemäße Autobahnen wurden gebaut und auf den Straßen sieht man neben den traditionellen Gewändern auch junge Frauen in engen Jeans, kurzen Röcken mit einem Handy in der Hand. Die alten Werte und Traditionen sind immer noch vorhanden, aber die Jugend rückt nach. Wir fühlten uns während der Fahrt über Land oder während der Spaziergänge durch die Souks immer sicher. Die Menschen begegneten uns stets höflich und mit Respekt, nie aufdringlich, so dass alle Teilnehmer am Ende der Reise, sagen konnten: Wir kommen gerne wieder!

Ingrid Gronert