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Reisebericht Malta 2014 von Ingrid Gronert

1. Tag: Anreise
Heute heißt es früh aufstehen, denn unsere lang ersehnte Reise nach Malta beginnt. Alle sind gut drauf und trotz kleinerer Staus erreichen wir mit dem Bus überpünktlich den Flughafen Düsseldorf. Wir müssen sogar noch ein wenig warten bis der Check-In öffnet. Dafür sind wir die Ersten die einchecken und so erhalten wir unsere Wunschplätze in den ersten Reihen. Mit ein wenig Verspätung heben wir dann um kurz vor 12 Uhr ab. Der Service an Bord der Air Malta ist okay, aber der geringe Sitzplatzabstand macht dem ein oder anderen schon ein wenig zu schaffen. Pünktlich landen wir gute 2 Stunden später auf Malta. Traumhaftes Wetter erwartet uns. Wir werden freundlich von einer Reiseleitung begrüßt und erhalten unser Ausflugsprogramm sowie eine Einladung für den ersten Abend im Hotel zur offiziellen Begrüßung. Dann die erste Überraschung: Wir gehen an normalen Bussen vorbei und werden zu einem Mini-Bus geleitet, in den wir alle und die Koffer rein passen sollen. Wir zählen die Plätze, die tatsächlich gerade für uns 18 reichen. Die Koffer werden gestapelt, wir quetschen uns in den Bus und ab geht die Fahrt. Wir sind trotz der ungewohnten Beförderung guter Laune, denn es sind über 20 Grad. Allerdings schlägt die gute Laune nach kurzer Zeit etwas um, denn unsere Fahrerin hat einen sehr forschen Fahrstil. Sie macht sehr rasante Überholmanöver und will wahrscheinlich den Weg zum Hotel in Rekordzeit hinter sich bringen. Alle halten sich ein wenig fest und wir sind sehr froh, als wir nach 45 Minuten das Hotel erreichen. Wir erledigen die Formalitäten, lassen uns das Begrüßungsgetränk schmecken und gehen erstmal auf die Zimmer. Um 18 Uhr haben wir dann ein Treffen mit unserem Reiseleiter Thomas, der uns offiziell auf der Insel begrüßt und uns das Hotel sowie die Ausflüge näher vorstellt. Das werden abwechslungsreiche Tage werden! Danach gehen wir gemeinsam Essen. Ein leckeres Büfett, welches wirklich keine Wünsche offen lässt, erwartet uns. Getränke wie Wasser, Cola, Saft, aber auch 3 verschiedene Sorten Wein und Bier können wir uns jederzeit kostenlos von der Theke holen. Nach dem Essen gehen wir direkt ins Bett, denn der Tag war lang genug und morgen geht es gleich mit dem ersten Ausflug los.

2. Tag: Valetta
Strahlender Sonnenschein und ein tolles Frühstück lassen den ersten Tag auf Malta gut beginnen. Maria, unsere Reiseleitung für die nächsten Tage, wartet zusammen mit dem Fahrer Chris auf uns. Wir haben uns gestern bereits beschwert, dass wir einen anderen Fahrer haben möchten und es hat geklappt. Bereits nach einigen Minuten entspannen alle deutlich, denn Chris macht einen guten Job und fährt uns sicher in Richtung Valetta. Hier erkunden wir die Stadt zu Fuß und erfahren vieles über den Großmeisterpalast, Grand Harbour und die unzähligen Zeichen der Geschichte. Maria hat als ehemalige Lehrerin für Geschichte ein sehr umfangreiches Wissen, auch wenn sie uns manchmal etwas strammstehen lässt, denn Quatschen oder Zwischenfragen sind nicht gerne gesehen. Sicher und informativ führt sie uns auch durch das Archäologische Museum, die St. Johns Co-Cathedral und Barracca Gardens mit einem Blick über den größten Naturhafen der Welt. Höhepunkt nach einer sonnigen Mittagspause ist der Besuch von 'Malta Experience', einer 45 minütigen Bildershow über die 7000 jährige Geschichte der Inseln. Sehr beeindruckend, auch wenn einige von uns zwischendrin kurz schlafen. Später haben wir Zeit, um die Annehmlichkeiten des Hotels zu nutzen: 2 Außen- und 3 Innen-Schwimmbäder laden zum Entspannen ein. Nach diesem anstrengenden aber schönen Tag haben wir uns das auch mehr als verdient. Der Tag wird abgerundet mit dem gemeinsamen Abendessen.

3. Tag: Freizeit
Heute gestaltet jeder den Tag nach seinen Vorstellungen. Einige bleiben im Hotel, aber mit 15 Unternehmungslustigen machen wir uns zu Fuß zum Fähranleger. Unser Ziel heißt Gozo. Die Schwesterninsel sehen wir von Hotel aus so dass ein Besuch nahe liegt. Nach nur 25 Minuten Fahrzeit an der Insel Comino entlang erreichen wir Mgarr auf Gozo ganz im Süden. Hier besteigen wir einen „Hop-on Hop-off“ Bus, der uns quer über die Insel fährt und wir jederzeit an wichtigen Stellen aussteigen können. Begleitet von interessanten Erklärungen auf Deutsch per Kopfhörer bestaunen wir die Idylle der Insel. Ein Halt in Victoria, der Hauptstadt, darf natürlich nicht fehlen. Beeindruckend ist dort der Besuch der Zitadelle, die einen weiten Blick auf die Natur zulässt. Beim Abendessen zeigt sich, dass alle einen schönen Tag hatten: Wir sind müde und zufrieden und fast jeder hat eine Erinnerung an den Tag, nämlich Sonnenbrand!

4. Tag: Die drei Städte
Der Himmel ist heute Morgen etwas bedeckt. Wir fahren mit Maria in Richtung Valetta und schauen uns südlich davon die drei Städte Senglea, Cospicua und Victoriosa genauer an. Dank des Fehlers vom Vortag sind einige von uns heute deutlich geschützter gegen die Sonne, die langsam wärmer wird. Wir haben einen guten Blick über Valetta von einer anderen Seite aus. Besonders schön ist der gemütliche Spaziergang durch die verwinkelten Gassen, wo uns unzählige Blumen, gepflegte Fassaden aber auch zahlreiche Spuren der Geschichte Maltas auffallen. Gegen Mittag steigen einige in ein Boot, welches sie quer durch den Hafen bis nach Valetta bringt. Sie möchten die Hauptstadt noch mal auf eigene Faust am Nachmittag erkunden. Der Rest fährt mit dem Mini-Bus wieder ins Hotel zurück, denn der Pool ruft. Der Speisesaal am Abend ist etwas voll, zahlreiche neue Gäste stürmen das Büfett. Auch an unsere reservierten Tische wollen andere Gäste, aber wir sind zum Glück schneller und genießen das Essen.

5. Tag: Maltas Tempel
Heute geht es quer über die Insel nach Süden. Von einem malerischen Punkt aus fotografieren wir die Blaue Grotte von oben und genießen die gute Sicht. Das Meer sieht von weitem friedlich aus und wir haben Glück: unsere Schifffahrt kann stattfinden. Kleine Schaumkronen lassen die Boote etwas wackeln und so lehnen doch einige das Abenteuer kurzfristig ab. Wir anderen klettern mit Schwimmwesten ausgestattet in die kleinen Holzboote und ab geht die Fahrt am Ufer entlang. Nach 5 Minuten erreichen wir die Blaue Grotte, die innen schmaler ist als erwartet. Das Wasser spiegelt sich hier in verschiedenen Blautönen und bildet einen interessanten Kontrast zu den Wänden. Natürlich darf auch ein Besuch der anderen Felsformationen nicht fehlen, immer begleitet von unzähligen kleinen Quallen, die - so scheint es zumindest - in blau leuchten. Auf dem Rückweg nimmt der Wind ein wenig zu und wir werden durchgeschüttelt, aber immer sicher vom Bootsmann gesteuert. Ein tolles Erlebnis! Die Tempel in Tarxien sind das nächste Ziel. Maria führt uns wie immer kompetent durch die Ausgrabungen, hier macht sich aber die Mittagshitze schon bemerkbar, denn nicht jeder hört zu. Über 25 Grad und kein Wind machen uns zu schaffen. Zum Glück steht der klimatisierte Mini-Bus nicht weit entfernt und wir fahren weiter zum Fischerdorf Marsaxlokk. Hier ist es einfach nur voll mit Menschen. Der heutige Muttertag hat eine wichtige Bedeutung auf der Insel und es sind unzählige einheimische Familien unterwegs. Der Fischmarkt hat geöffnet und auch viele andere Buden laden zum Stöbern ein. Jetzt haben wir Zeit zur freien Verfügung und alle haben nur ein Ziel: Essen. Dieses einfache Ziel lässt sich nur schwer umsetzen denn die Restaurants sind überfüllt mit Menschen. Nach langem Suchen finden aber alle etwas Schmackhaftes, vor allem der Fisch gilt als Delikatesse. Erschöpft vom langen Spaziergang in der Sonne ist der letzte Halt an den unterirdischen Grotten von Ghar Dalam. Zahlreiche Blumen säumen den Weg, bis zum Eingang sind es viele Treppen. Innen empfängt uns eine angenehme Temperatur und gedämpftes Licht. So können wir in Ruhe den Erläuterungen von Maria zuhören. Beim Abendessen sind wir etwas irritiert, unsere reservierten Plätze sind weg. Dafür wurden uns andere zugeteilt, nur leider nicht genug. Wir sind inzwischen flexibel, arrangieren uns mit der neuen Situation, organisieren noch einen Tisch hinzu und sehen es positiv: Der Weg zur Theke ist kürzer und wir kommen jetzt schneller an die Getränke.

6. Tag: Mdina
Der Tag beginnt mit einem Besuch des Botanischen Gartens von St. Anton. Trotz der Wasserknappheit auf der Insel blühen hier unzählige Blumen, die durch viel Arbeit in den sehr gepflegten Beeten zu sehen sind. Alte Bäume spenden Schatten, der Spaziergang vorbei an einigen Teichen mit Schildkröten, Enten und Fischen macht viel Spaß. Die St. Pauls Grotten schauen wir uns als nächstes an. Auch Papst Johannes Paul II. war bereits 1990 hier. Wir bummeln ein wenig durch die Stadt. Die Häuser in den kleinen Gassen sind sehr gepflegt. Innerhalb der Befestigungsmauern lassen wir uns in das Mittelalter zurückversetzen und Maria erzählt uns einiges aus der damaligen Zeit. Leider sind wir nicht mehr ganz bei der Sache, denn wir haben Hunger. Aber ein wenig müssen wir uns noch gedulden bis wir die Restaurants erreichen - endlich. Danach bietet sich ein herrlicher Blick über weite Teile der Insel. Auf dem Weg nach Mosta stoppen wir kurz an der Glasbläserei Mdina Glass, wo wir bei der Erstellung der Glaskunstwerke zuschauen können. Es ist jetzt schon sehr heiß in der Fertigungshalle, wir wollen uns nicht vorstellen wie es im Sommer ist. Die Ergebnisse sind beeindruckend: viele Vasen, Gläser, Schüsseln, Kerzen und vieles mehr in schönen Formen und Farben lassen die Frauenherzen höher schlagen. Gleichzeitig halten die Männer ihre Geldbörsen fest. Aber alles geht gut, es werden nur ein paar Andenken gekauft. Unser allerletzter Halt ist die Besichtigung des Doms von Mosta. Von außen sieht der Dom mit der drittgrößten Kuppel der Welt schon riesig aus, aber von innen sind wir fast sprachlos, denn die Größe ist sehr beeindruckend. Auf dem Weg zurück zum Hotel verabschiedet sich Maria von uns: es war ihr letzter Ausflugstag mit uns. Wir nutzen den restlichen Nachmittag und faulenzen am Pool. Abends lassen wir uns das Büfett wieder schmecken.

7. Tag: Freizeit
Unser letzter Urlaubstag ist schon da. Nach den interessanten aber auch anstrengenden Ausflugstagen schlafen heute alle ein wenig länger, frühstücken ausgiebig und genießen die maltesische Sonne. Einige nutzen noch mal die Gelegenheit mit dem Linienbus in den nächsten Ort Mellieha zu fahren, andere verbringen die Zeit am Pool. Die Temperaturen sind heute nicht zu unterschätzen, bei 27 Grad passt jeder auf, dass es nicht noch einen Sonnenbrand gibt. Das Büfett am Abend ist noch mal klasse und keine Wünsche bleiben offen. Heute gehen alle früher auf die Zimmer, die Koffer müssen zu Ende gepackt werden und die Nacht ist nur kurz.

8. Tag: Abreise
Überpünktlich stehen wir um 4.40 Uhr morgens in der Hotelhalle und bedienen uns am Frühaufsteher-Frühstück. Es gibt Kaffee, Tee, Kuchen sowie Sandwichs und Äpfel. Kurze Zeit später trifft der Transferbus ein und wir wollen einsteigen. Dann passiert es: Wir dürfen nicht mit. Auf der Liste des Fahrers stehen wir als Gruppe zwar vermerkt, aber nur mit 1 Person statt mit 18 Personen. Die Verwirrung ist groß, denn er hat noch einige Plätze im Bus frei. Der Fahrer lässt sich zu unserer Überraschung auf überhaupt keine Diskussion ein und fährt einfach. Nach mehrmaligen Telefonaten mit der Agentur stellt sich heraus, dass ein Übertragungsfehler passiert ist: Die 8 wurde versehentlich in der Liste gestrichen und so wurde nur Platz für 1 Person eingerechnet. Diese Aufklärung hilft uns nicht weiter, das Flugzeug wartet nicht. Nun dürfen wir eine maltesische Viertelstunde auf den Bus warten, insgesamt fast 1 Stunde. Überglücklich steigen wir endlich ein und fahren Richtung Flughafen. Dann passiert das nächste Malheur: Unser Bus hat einen kleinen technischen Defekt und der Fahrer kann an den vielen Aufstiegen nur noch mit 20 km/h fahren. So wird die Fahrt sehr lang und wir können es kaum fassen, als wir tatsächlich noch pünktlich den Flughafen erreichen und einchecken können. Kurze Zeit später verabschieden wir uns von der Insel und der Wärme und fliegen zurück ins kalte Deutschland. Auch die schönste Reise ist einmal zu Ende und am Nachmittag sind wir schon wieder in unseren Heimatorten.

Zitat:
Was für eine abwechslungsreiche Woche auf Malta: Bummeln durch die Altstadt von Valetta, spazieren gehen durch verwinkelte Gassen von Rabat, Gozo auf eigene Faust erkunden, die Blaue Grotte vom Wasser aus bestaunen, spazieren gehen durch den Botanischen Garten, die Befestigungsmauern von Mdina bewundern, in der Sonne am Hotelpool faulenzen, das leckere Essen genießen und vieles mehr. Wir sind sehr begeistert von der kleinen Insel im Mittelmeer, die so viel zu bieten hat und sich von ihrer sonnigen Seite zeigte. Alle sind sich einig: Wir kommen gerne wieder!

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