Merkliste

Reisebericht Island und die Färöer Inseln 2015 von Ingrid Gronert

Samstag, 6. 6. Anreise Hirtshals
Am frühen Samstagmorgen finden sich fast alle Islandreisenden pünktlich zur Abfahrt auf dem Betriebshof ein. Wir fahren gemütlich über die Autobahn, weitere Gäste steigen in Hannover zu und es geht mit wenig Verkehr vorbei an Hamburg, Flensburg und dann weiter quer durch Dänemark bis nach Hirtshals zum Hafen. Hier wartet schon die Norröna, unser Fährschiff. Mit den Kabinenkarten bewaffnet, gehen wir durch das Passagierterminal auf das Schiff. Alle Kabinen sind bezugsfertig, und danach erkundigt jeder das große Schiff. Nachdem wir unsere Uhren um 1 Stunde zurück gestellt haben, läuft die Norröna pünktlich um 14:00 Uhr aus. Abends treffen wir uns beim Abendessen, danach sind alle schnell in ihre Kabinen verschwunden, denn der 1. Tag war sehr aufregend und lang.

Sonntag, 7.6. Seetag
Ein Tag auf See ! Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück sehen wir uns im Saga Cafe einen deutsch sprachigen Film über die Färoer Inseln an. Den restlichen Tag verbrachte jeder individuell - lesen, die Seeluft genießen oder an Bord shoppen.

Montag, 8.6. Färöer Islands
4:00 Uhr Torshavn: Über Lautsprecher unsanft geweckt, ist die Norröna im Hafen eingelaufen. Nach dem Frühstück finden wir uns am Bus vor dem Schiff ein, um uns in den kommenden Stunden bei einer Rundfahrt die Inseln anzusehen. Zunächst geht es quer durch die kleine Hauptstadt zum alten Bischhofssitz Kirkjubour. Im Anschluss fahren wir über die Atlantic Brücke auf die Nachbarinsel Eysturoy zum Örtchen Eidi. Danach lernen wir noch die versteinerten Figuren vom Riesen und seinem Trollweib kennen, bevor wir wieder nach Torshavn zurückfahren. Hier kann noch jeder die kleine Stadt auf eigene Faust erkunden, bevor es wieder um 13:00 Uhr auf das Schiff zurückgeht. Dann kommt die Durchsage das sich die Abfahrt um 2 Stunden wegen technischer Probleme verschiebt, und wir erst um 16:00 Uhr auslaufen. Der restliche Tag an Bord kann wieder jeder individuell gestalten. Draußen tobt ein starker Wind, nachts auch Stärke 8-10, sodass jeder das Rollen des Schiffes mitbekommt. Alle haben etwas unruhig geschlafen.

Dienstag 9.6. Island - Seydisfjördur, Dettifoss
Pünktlich um 10 Uhr legt das Schiff im Osten der Insel an. Der Bus kommt reibungslos durch den Zoll und unsere große Rundreise kann beginnen. Nach dem Überqueren eines Passes bei strahlendem Sonnenschein halten wir auf dem höchst gelegenen Bauernhof Islands, Modrudalur. Anschließend fahren wir zum größten Wasserfall Europas, dem Dettifoss. Hier wandern wir vom Parkplatz zum Wasserfall und bewundern einen unglaublichen Regenbogen. Nach unserem 1. Picknick fahren wir weiter zum Myvatn. Hier sehen wir uns erst das Solfatarenfeld Namaskard an, wo es aus vielen Löchern dampft, zischt und brodelt. Danach führt uns die Fahrt zum Vulkan Krafla, vorbei an einem Geothermalkraftwerk zum Krater Viti. Nach einem kurzen Spaziergang am Kraterrand fahren wir runter zum See, WC Pause am Infocenter. Zu guter Letzt spazieren wir noch durch das interessante Gebiet der Pseudo Krater, bevor es nach Laugar ins Hotel geht.

Mittwoch 10.6. Husavik und Myvatn Nature Bath
Nach dem guten Frühstück geht die Fahrt in Richtung Norden nach Husavik. Hier ist die Walsafarie geplant. Aber bei 6 Grad und leichtem Regen ändern wir unser Programm und schauen uns individuell eine kleine Hafenstadt an. 1 Stunde später fahren wir über eine Seitenstraße zurück zum Myvatn, vorbei an einem Wasserkraftwerk zu einem alten Bauernhof, heute ein Freilichtmuseum. Hier hat uns der junge Isländer aus dem Ort anschließend zum Kaffeetrinken ins Infocenter eingeladen. Wieder zurück am Myvatn sehen wir uns noch die kleine Kirche an den Lavafeldern an, bevor wir unsere Mittagspause am Infocenter einlegen. Im Anschluss klettern wir auf eine kleine Anhöhe am See, und besuchen danach die Dunklen Burgen, Dimmuborgir. Zuletzt krabbeln wir noch auf die Spalte der Felshöhle Grotjotagja und fahren dann zum Geothermalschwimmbad Myvatn Nature Bath. Hier erfreuen sich viele der Mitreisenden über ein entspanntes Bad in dem 5000 m², großem Badesee. Rückfahrt zu Hotel.

Donnerstag, 11.6. Godafoss, Hraunfossar und Barnafoss
Zunächst fahren wir zum Godafoss, dem Wasserfall der Götter. Hier spazieren wir entlang des rauschenden Flusses. Die Weiterreise führt über Akureyri entlang der Ringstraße nach Blöndus, wo wir neben einem kleinen Wäldchen unser Picknick einnehmen. Anschließend besuchen wir das bekannteste Freilichtmuseums Islands, Glaumbaer. Auf der Weiterreise überqueren wir einen kleinen Paß und geraten dabei in ein Schneegestöber, und das Mitten im Juni. Der nächste Stopp ist an einem erloschenen Vulkan, den wir gemeinsam trotz starkem Wind besteigen. In 170 m Höhe hat man einen unvergleichlichen Ausblick über die Umgebung. Anschließend fahren wir über eine unwirkliche Schotterpiste zu den Wasserfällen Hraunfossar und zum Barnafoss, die sich in den Gletscherfluß Hrvita ergießen. Hier genießen wir einfach den Anblick des sprudelnden Wassers bevor wir zu unserem letzten Stopp, der heißesten Quelle Islands, Deildartunguhver fahren. Hier kaufen wir Tomaten aus dem daneben liegenden Gewächshaus, bevor wir zum Hotel nach Borganes fahren.

Freitag, 12.6. Halbinsel Snaefellsness
Wir fahren zunächst in nördlicher Richtung, vorbei an Lavafelder und Sümpfen. An dem kleinen Basalthügel Helgafell, einer ehemaligen heiligen Stätte klettern wir die 73 m hinauf - ohne zu reden, ohne uns umzudrehen, und haben dann 3 Wünsche frei. Den nächsten Stopp machen wir in Stykkisholmur, am Nordzipfel der Landzunge. Bei strahlendem Sonnenschein folgen wir nach kurzer Fahrt den Spuren der Beserker und wandern quer durch ein altes Lavafeld. Die Mittagspause verbringen wir auf einem Rastplatz mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge und das Meer. Die Weiterfahrt führt uns komplett entlang der Halbinsel. Unglaubliche Ausblicke und  strahlende Sonne stehen auf dem Programm. In Rif nutzen wir einen Schotterweg am Strand um Tuchfühlung mit der Küstenseeschwalbe zu bekommen. Dann fahren wir in den Nationalpark um dort an der Bucht Dritvik die Kraftprobesteine und die verrosteten Wrackteile des verunglückten Trawlers Epine zu bewundern. Später in Arnastapi, vorbei am Riesen Bardur spazieren wir entlang der Küste und können die in den Klippen nistenden Vögel sehr gut beobachten. Der bekannteste Felsen ist Gatklettur, Lochfelsen, durch dessen Öffnung bei rauer See das Wasser spritzt. Rückfahrt zum Hotel nach Borganes.

Samstag, 13.6. Reykjavik und Walsafari
Von Borganes aus umfahren wir den schönen Walfjord und kommen nach Reykjavik, der kleinen Hauptstadt Islands. Hier besuchen wir zunächst die Perle, ein Aussichtsturm - stehend auf 4 großen Wassertanks. Anschließend unternehmen wir mit der Isländerin Gudrun eine kleine Stadtrundfahrt mit einem Spaziergang durch die historischen Teile der Stadt. Nachmittags fährt der größte Teil der Gruppe mit einem Whalewatchingboot auf Walsafari. Wir dürfen tatsächlich Delfine und Schweinswale sichten. Ein sehr schönes Erlebnis, da auch kaum Wind und eine unglaubliche Sicht vorhanden ist. Unser Hotel befindet sich im Nachbarort Hafnarfjördur, Hotel Viking. Hier findet jährlich das Wikingerfest rund um das Hotelgelände statt. Hier stehen Zelte und überall begegnen uns Wikinger mit Schwertern. Abends serviert man uns ein traditionelles Essen mit Fischsuppe, Lammkeule und Skyr, sehr lecker.

Sonntag, 14.6. Halbinsel Reykjanes
Wir fahren in Richtung Westen, Flughafen Keflavik. Auf Höhe der Bucht Stora Sandvik überqueren wir zu Fuß eine 28 m lange Brücke zwischen den Kontinenten. Das Bauwerk überspannt die Nahtstelle zwischen der Eurasischen und Amerikanischen Platte. Danach fahren wir zu einem Geothermalkraftwerk und können dort zusehen wie das überschüssige, heiße Wasser ins offene Meer fließt. Wir fahren danach zu einem alten Leuchtturm, mit seinen hohen Steilfelsen und Brutkolonie für Vögel. Im Anschluss durchlaufen wir das geothermische Gebiet Gunnahver (Gudrun), deren Namensgeberin heute noch hier als Geist spuken soll. Dann fahren wir zur Blauen Lagune, dem populären Badeort und bewundern das milchig blaue Wasser, in dem sogar 2 Eiderenten schwimmen. Unsere Mittagspause verbringen wir in Grindavik, bevor wir das Thermalquellengebiet Krysuvik besuchen. Auch hier beeindrucken dampfende Erdlöcher, brodelnder Schlamm und heiße Quellen. Es geht weiter entlang der Südküste zur Standarkirkja, der Engelskirche und danach in den Ort Hveradalir, im Tal der heißen Quellen. In einem kleinen Einkaufszentrum nutzen wir einen Erdbebensimulator, der eindrucksvoll ein Beben der Stärke 6 nachempfindet. Dann fahren wir noch kurz durch den Ort, bevor es nach Selfoss ins Hotel geht.

Montag 15.6. Golden Circle
Wir fahren in Richtung Pingvallavatn, dem großen See im Nationalpark. Vorbei an 2 Wasserkraftwerken unternehmen wir eine kleine Wanderung mit Blick auf ein Geothermalkraftwerk. Dann fahren wir zum Infocenter und sehen uns einen kleinen Film über die Entstehung und Entwicklung der Region an. Der folgende Fußweg geht durch die berühmte Schlucht Almannagjia, zum Wasserfall Öxararfoss, und zur Geldschlucht Peningagja, wo es Glück bringt Münzen in die Erdspalte zu werfen. Nach unserer Mittagspause auf einem Picknickplatz fahren wir zum Gullfoss, der bekannteste unter den Wasserfällen. Wir steigen auf einer Seitenstraße aus und wandern auf einem schmalen Fußweg entlang der Schlucht bis wir die tosenden Wassermassen mit einem Regenbogen sehen können. Von hier aus kann jeder für sich die einzelnen Aussichtspunkte ansteuern. Danach besuchen wir das Tal Haukadalur mit dem sprudelnden Geysir. Wir spazieren durch das Thermalfeld, bewundern die brodelnden Quellen und warten auf den nächsten Ausbruch des Strokkurs. Die Fontäne schießt alle 8-10 Minuten regelmäßig empor, sodass man vorher sich gegen den Wind stellen muss, um nicht völlig durchnässt zu werden. 1 Stunde später fahren wir zum Wasserfall Faxa, mit ausgewiesener Lachstreppe. Zum Ende des Tages halten wir an dem alten Bischhofssitz Skalholt, ein politisches und kulturelles Zentrum des Landes bis ins 18. Jhd. Rundfahrt zum Hotel.

Dienstag, 16.6 Zur Südküste
Es regnet - und die Sicht ist auch eingeschränkt, typisch für Island. Wir fahren auf der Ringstraße in Richtung Süden und stoppen am Wasserfall Seljalandsfoss, der hier 40 m in die Tiefe stürzt und hinter den man in Regenkleidung vorbei gehen kann. Dann fahren wir zum Infocenter des Eyjafjallajökull, und sehen einen beeindruckenden Film des ansässigen Bauern, vor und nach dem Ausbruch. Anschließend geht es zum Wasserfall Skogafoss, wo der 1. Siedler Prasi eine Kiste Gold versteckt haben soll. Die 60 m Fallhöhe ist beeindruckend. Dann sehen wir uns noch den schwarzen Sandstrand mit Basaltsäulen an, können sogar einige Papageientaucher sehen, bevor wir zur Mittagspause nach Vik fahren. Im Wollgeschäft haben wir einige Jacken erworben und fahren weiter entlang der Küste. Anschließend halten wir bei interessanten Basaltformationen Dverghamrar, die aus der letzten Eiszeit stammen. Das Wetter wird nicht besser, sodass nur wenige auf einen Parkplatz mit vielen kleinen Steinhaufen aussteigen. Unser Hotel liegt mitten im Nirgendwo, aber das Abendessen ist eines der Besten während der gesamten Tour.

Mittwoch, 17.6. Eislagune und Ostfjorde
Es regnet nicht mehr - aber die Sicht ist noch eingeschränkt. Wir fahren zum Infocenter Skaftafell und bewundern die aktiven Gletscherwanderer mit ihren Ausrüstungen. Hier im Nationalpark gibt es viele Wandermöglichkeiten und wir fahren mit dem Bus zur nächsten Gletscherzunge vom Svinafellsjökull. Sehr beeindruckt von den dortigen Eismassen geht es jetzt zur Eislagune Jökulsarlon. Hier sehen wir im See die großen Eisberge in vielfältigen Farben und Formen schwimmen. Dann folgt wohl einer der schönsten Momente der ganzen Reise, die Amphibienfahrt auf dem Eissee. Bei gutem Wetter, der Nebel hat sich komplett verzogen, genießen alle die beeindruckende Fahrt auf dem See. Nicht nur Vögel, auch Seehunde haben wir gesichtet. Die Weiterfahrt geht nach Höpn, um uns im dortigen Supermarkt mit Brot einzudecken. Anschließend nehmen wir unser letztes Picknick in den Ostfjorden ein. Der nächste Stopp ist im Hafen von Djupivogur, einem alten Handelsplatz. Erst sehen wir uns hier im Hafen die Steineier eines isländischen Künstlers an, machen Stopp bei einem Mineraliensammler, dessen Hund uns viel Freude bereitet, bevor wir einen technischen WC Stopp am Langabud, einem alten Lagerhaus machen. Nachdem auch unser Bus gewaschen ist, fahren wir zur letzten Übernachtung nach Breiddalsvik. Hier werden erst für die Schiffsreise die Koffer neu geordnet, bevor wir das gute Abendessen genießen können.

Donnerstag, 18.6. Egillstadir - Heimreise
Heute haben wir sehr früh gefrühstückt, um dann über die Hochebene nach Egillstadir zu fahren. Dann geht es weiter nach Seydisfjördur zum Hafen. Unser Fähre, die Norröna lässt aber noch 1 Stunde auf sich warten, sodass wir nach ihrem Einlaufen alle Neuankömmlinge beobachten können. Trotzdem liegt das Fährschiff pünktlich bei ruhiger See aus.

Freitag, 19.6. Dienstag Seetag
Nach einer sehr ruhigen Nacht folgt ein sehr ruhiger Seetag.

Samstag, 20.6. Hirtshals – Heimreise
Die Fähre fährt ruhig durch die Nordsee und wir kommen pünklich um 11:30 Uhr in Hirtshals an. Die Uhr muß wieder um 1Stunde weitergestellt werden und wir fahren über die Autobahn in Richtung Heimat. Sehr ärgerlich ist der Stau rund um Hamburg, der uns über 1 Stunde Zeit kostet. Kurz vor Mitternacht sind wir dann alle wieder vollbehalten und zufrieden zu Hause.

Fazit:
Ein unglaubliches Land mit vielen Extremen: Riesige Wasserfälle (Dettifoss, Gullfoss, Godafoss, Skogafoss), Heiße Vulkane (Snaefellsnes, Eyjafjallajökull, Vatnajökull), Blubbernde Quellen (Solfatarengebiet Namaskard, Deltatunghver, Gebiet Gunnahver). Viele Seevögel, Schafe, Seehunde und Rentiere – wir haben alles gesehen und bei fast immer strahlender Sonne genießen können. Wir waren wandern und staunen und baden auf der größten Vulkaninsel der Erde! Eine unvergessliche, faszinierende Reise geht damit zu Ende.