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Reisebericht Island und die Färöer Inseln 2010 von Ingrid Gronert

05.06.10
Morgens gegen 07:00 Uhr waren die ersten Reisegäste pünktlich bei uns auf dem Bierpohlweg in Minden. Die Pirnarer hatten bereits eine lange Anreise hinter sich – waren aber voller Vorfreude. Nachdem auch unser Transferbus aus Bielefeld + Bad Salzuflen kam, ging die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Norden. Unterwegs sammelten wir noch Gäste in Bremen, Hamburg (hier stiegen die Berliner + Wiener zu), und Kiel auf – so dass dann die komplette Gruppe nordwärts bis nach Dänemark weiterfuhr. Hier, im Fährhafen von Esbjerg lag auch schon die Fähre der smyril-line, die MS Norröna vor Anker. Nach einer kurzen Wartezeit konnten wir mit dem Bus in den 1. Stock fahren, damit alle über den Lift in die Kabinen gelangen konnten. Der restliche Tag blieb für Erkundungen auf dem Schiff und man sah manche Mitreisende erst am Abend am köstlichen Skandinavischen Büfett wieder...

06.06.10
Ein richtig strahlender Seetag… Morgens ein üppiges Frühstücksbüfett, ruhige Wellen, ein bisschen Sonne und netter Smalltalk…  Man traf sich auf Deck 8 – in der Sky-Bar auf dem Sonnendeck Man fotografierte die Bohrtürme, oder verbrachte die Zeit mit schlafen, lesen oder auch bei einem Glas Viking Bier… Leider hatte einer unserer Mitreisenden über Nacht hohes Fieber bekommen und musste einen Arzt konsultieren. Übernachtung an Bord.

07.06.10
05:00 Uhr Unsanftes Wecken vom Kapitän  „The Norröna arrives in 2 hours Torshavn“- Ankunft auf den Färöer… Aber erst nach dem Frühstück gegen 08:00 Uhr traf sich die Gruppe am Bus im Hafen von Thorshavn. Unser Kranker fuhr mit seiner Gattin in das örtliche Krankenhaus und wir anderen unternahmen eine - leider etwas verkürzte- Busrundfahrt. Das unberechenbare Wetter hat uns einen Streich gespielt – denn es war sehr nebelig und es regnete leicht: Wir fuhren zunächst durch die Hauptstadt mit Stopp am Hotel Thorshavn, wo man einen super Blick auf die Bucht erhält. Weiter auf der Straße Nr. 10 über die Hochebene Utmark, entlang der beeindruckenden Fjordlandschaft zum kleinen Ort Saksun, eine versandete Bucht mit einer Kirche und einem Museum. Dann wurde die Brücke über den Atlantik überquert, zur Insel Eysturoy. Hier im Norden gab es noch eine Kaffeepause +einen technischen Stop in Eidi, bevor wir wegen der schlechten Sicht die Rückreise antraten. Viele haben da noch einen kleinen Bummel in der Einkaufszone machen können, bevor die Fähre um 14:00 Uhr Kurs auf Island nahm. Unser Patient war nach dem Krankenhausbesuch auch wieder an Bord – mit neuen Medikamenten.

08.06.10
10:00 Uhr – nach Färöer Zeit, aber 09:00 isländischer Zeit wir sind endlich angekommen! Bei strahlendem Himmel und ohne, das der Zoll uns (und unsere flüssigen Vorräte) näher kennen lernen wollte, fuhren wir vom Fährhafen Seydisfjördur über die mit wenig schneebedeckte Hochebene Fjardarheidi nach Egilstadir. Bei der ersten großen Pause haben sich alle erst mal mit isländischen Kronen und ein paar Kleinigkeiten (Kekse, Obst) eingedeckt. Ein guter Verwandter unserer örtlichen Reiseleitung Gudrun hat einen Rollstuhl aus dem Krankenhaus organisiert, so dass einer Weiterreise nichts mehr im Wege stand. Der 1. Fotostop wurde in einer kleinen Schlucht unternommen – alle waren von der neuen Umgebung und natürlich dem Wetter fasziniert. Auf der Weiterfahrt über die Ringstraße Nr.1 wurde ein  Abstecher unternommen, um den mit 469m am höchst gelegenen Bauernhof an der Straße 901 Mödrudalier zu besuchen. Die Einsamkeit in dieser Region – bestehend aus Schotter, Lavagestein und Graslandschaft bei der Kaffeepause beeindruckte viele… Weiter ging es nordwärts. Die Schotterstraße Nr. 864 schüttelte alle – auch den armen Bus richtig durch. Aber das kommende Naturschauspiel am Fluss Jökulsa a Fjöllum (Gletscherfluss aus den Bergen) - den Grand Canyon Island lässt alle die Strapazen vergessen: Der Fluss frisst sich durch eine 25 km lange, 500m breite und bis zu 120 m tiefe Schlucht und dort liegen die großen Wasserfälle Selfoss, Dettifoss, Hafragilsfoss, Rettarfoss und Vigabergsfoss. Pause mit anschließendem  Mittagessen am Dettifoss. Vom Parkplatz aus - einige Treppenstufen tiefer, konnte man das graue Gletscherwasser herunterstürzen hören und sehen. Hier wurde auch unser erstes gemeinsames rustikales Essen von allen genossen. Nach weiteren 30 km Schotterstraße wurde der Fluss noch einmal überquert und man befand sich plötzlich in einer bewaldeten, geschützten Ebene, in der sich einst der Fluss einmal als riesiger Wasserfall direkt ins Meer stürzte. Heute erheben sich die über 100m hohen Steilwände wie eine Burg (Asbyrgi – Asenburg) und bieten ideal geschützte Brutplätze für viele verschieden Vogelarten. Bei einem schönen Spaziergang auf den Wanderwegen lernen alle die einmalige Stille und einige der ansässigen Vogelarten kennen. Odins Pferdefuß blieb jedem in Erinnerung. Die weitere Reise führte entlang der Halbinsel Tjörnes zur kleinen Hafenstadt Husvik. Hier konnte jeder einen individuellen Spaziergang durch den Hafen unternehmen oder aber dem interessanten Walmuseum einen Besuch abstatten. Fahrt zum Farmhotel Nafrastistir in Laugar.

09.06.10
Nach dem guten Frühstück ging es zum Myvatn – entlang des Laxaflusses zum kleinen Ort Reykjahlid. Hier, am 27.8.1729 schloss die Eldhraun-Lava während des Myvatn-Feuers die Bewohner des Ortes in ihrer Kirche ein, ohne diese zu zerstören. Das Gotteshaus blieb verschont, und noch heute kann man die Überreste neben einer neu erbauten Kirche bewundern. Die kurze Weiterfahrt führte uns zur Erdspalte Grjotagja. Mehrere kleine Höhlen mit warmen Wasser und eine vulkanische Spalte laden zum klettern und kraxeln ein. Danach war wieder ein technischer WC- Stopp an einer kleinen Tankstelle mit Infocenter und Wollgeschäft fällig. Hier konnten wir mehr über die Schwarmmücken und Tektonischen Platten erfahren. Der darauf folgende Fotostop oberhalb des Myvatn verschaffte einen guten Überblick über den See und seine Umgebung. Dann ging es weiter zum Vulkan Krafla, vorbei am Kraftwerk Kröluvirkjun, mit seinen silbernen Rohren. Am Kraterrand des Viti haben alle einen angenehmen Spaziergang (viele auch rund um den Krater) unternommen. Als nächstes wurde das Solartarengebiet von Namaskard bestaunt. Nicht nur die Düfte von faulen Eiern und Schwefel, sondern auch das Blubbern der heißen Schlammtöpfe, das Fauchen des heißes Dampfes, und die unglaubliche Farbvielfalt in dem Gestein (von weiß durch Silikate bis rotbraun durch Erze und gelb bis orange durch Schwefel). Nicht zu übersehen waren allerdings auch die vielen Busse eines MSC – Kreuzfahrschiffes, die den Parkplatz bevölkerten. Unser nächster Stopp war direkt am Ufer des Mückensees – der Park Höfdi, ein Naturschutzgebiet mit reichlicher Vegetation. Hier hatten wir von einem Aussichtspunkt einen lohnenden Ausblick auf den See und seine Lavaformationen. Leider haben uns dabei auch einige Mücken heimgesucht… Nach einem weiteren technischen WC-Stopp ging es dann weiter zu den dunklen Burgen, Dimmuborgier. Lavagebilde in unterschiedlichsten Formationen, Türme, Kanäle, Höhlen, Brücken… Hier konnte sich jeder bei einem Spaziergang ein Bild von den Trollen und Unsichtbaren machen. Leider haben auch einige Busse des Kreuzfahrschiffes diesen Punkt gefunden. Nach der Mittagspause fuhren wir weiter zum letzten Stop am See, zu dem Pseudokrater. Der Rundweg führte über Wiesen hinweg zu den imposanten Trichtern. Dabei wurden wir unfreiwillig Zuschauer einer Treibjagd, die 2 junge Männer und ein Bordercolli mit einer kleinen Herde Schafe durchführten. Weiterfahrt in Richtung Westen, zum letzten Haltepunkt an diesem Tag – dem Wasserfall der Götter, der Godafoss. Zwar fällt der Fluss Skalfandafljot hier nur 10 m in die Tiefe, beeindruckte aber durch seine Breite und durch die Menge des Wassers, die tosend hinabstürzte. Fahrt in Richtung Akureyri. Hier haben wir noch kurz im Weihnachtsmann – Haus vorbeigesehen, um anschließend in die Stadt zum Hotel Kea zur Übernachtung zu fahren.

10.06.10
Es ging weiter Richtung Westen. Der 1. Stopp wurde am Freilichtmuseum Glaumboer bemacht. Hier konnten alle die Bauweise der alten Torfhäuser und das Leben der Isländer vor 1000 Jahren nachvollziehen. Weiterfahrt über die Hochebene. Nach unserer Mittagspause konnten wir Gudrun, unsere isländische Reiseleitung in Empfang nehmen. Unterwegs haben wir noch an einem erloschenen Vulkan eine unglaubliche Kraterwanderung unternommen. Mehrere fleißige Handwerker waren dabei die maroden Treppen zu erneuern und wir mussten einige Schritte ohne feste Holzstufen improvisieren – für uns natürlich kein Problem…. Nach einigen schönen Fotostopps fuhren wir dann über das Snaefellsnesgebirge, den Eldborgarhraun zum Hraunfossar und Barnafossar. Auf einer Breite von 1 km und unzähligen Quellen ergießen sich viele Wasserfälle aus einem Lavafeld in dem Fluss Hvita. Der nächste Halt war in dem kleinen Örtchen Reyholt. Hier ist man stolz auf den Godensprecher & Dichter Snorri, der hier vor 950 Jahren lebte. Es ist nicht nur sein Badeplatz, sondern auch eine Holzkirche aus den 19 Jhd. erhalten geblieben, die heute Teile des isländischen Landesmuseums darstellen. Kleiner Spaziergang mit anschließender Kaffeepause. Nur wenigen Kilometer weiter, konnten wir uns ansehen wie die Fernwärmeleitungen auf Island funktionieren. Eine besonders ergiebige Quelle mit 180 l siedend heißem Wasser pro Minute stürzt in Deildartunguhver an die Oberfläche. Hier werden - wie auch auf anderen Plätzen auf Island in Gewächshäusern Tomaten gezüchtet. Man konnte auch eine kleine Tüte Tomaten für 200 Kronen käuflich erwerben… Weiterfahrt zur Übernachtung in Borganes, am Borgafjördur gelegen.

11.6.10
Nach dem Frühstück führt uns die Reise in Richtung Reykjavik rund um die Bucht Hvalfjördur. Der kürzere Weg würde durch den neu erbauten Tunnel führen – aber dank des sonnigen Wetters haben wir uns für den schöneren Weg entlang der Bucht entschieden, und einen kleinen Einblick in die weitläufige Umgebung des Fjordes erhalten. Vorbei an dem Pfarrhof Saurbar, und einer ehemaligen Walfangstation (der Walfang gab der 30 km langen Bucht auch seinen Namen) umrunden wir den malerisch gelegenen Fjord bis nach Reykjavik. Hier fahren wir am 1000m hohen Hausberg Esja vorbei (ein Muss für jeden Wanderer) bis zur Wollfabrik Alafoss in Mosfelsbär, einem Vorort von Reykjavik. Alle kamen mehr oder weniger auf ihre Kosten… Es wurde angezogen und probiert – egal ob Mützen, Jacken oder Pullover. Das eine oder andere Bekleidungsstück hatte dann auch seinen Besitzer gewechselt. Anschließend konnten wir bei Gudruns ausführlicher Stadtrundfahrt den Aussichtspunkt „die Perle“, den „evangelischen Dom“, den „Hafen“ und auch das „Rathaus“ mit der überdimensional großen Islandkarte kennen lernen. Den restlichen Tag konnte jeder selbst gestalten, bevor man sich zum Abendessen im Hotel am Flughafen wiedertraf.

12.6.10
Walbeobachtung – Fast alle fanden sich nach dem Frühstück – bei etwas schlechterem Wetter ein, um gemeinsam zum Hafen zu fahren. Dort wartete das kleine Schifferboot schon. Die raue See konnte die allgemeine gute Stimmung an Bord nicht trüben. Der Schipper fuhr zuerst einen kleinen Felsen im Meer an – und man konnte vor lauter kreischenden Papageientaucher die Felsen kaum sehen… einfach unglaublich. Die possierlichen Vögel waren überall – ob im Wasser oder in der Luft, als nicht zu sehr geeignete Flieger… diese Bilder wird keiner vergessen. Dann kam aus dem Lautsprecher die Durchsage: 12 o clock – wals… Ein Zwergwal in Sicht! Alle wurden hektisch, jeder wollte ein gutes Foto machen. Leider war der Wal genauso schnell verschwunden, wie er gesichtet wurde. Das passierte innerhalb der nächsten Stunde noch einige Male! Alle haben die Schwanzflosse gesehen – aber keiner konnte diese fotografieren – egal dabei sein ist alles Außerdem war die See wirklich rau, und uns wurde immer kälter. Da half auch der Kaffee, und die Decken vom Schipper nicht mehr!! Nach 3 Stunden waren wir froh bei Jürgen in den warmen Bus steigen zu können. Die Mittagszeit verbrachten wir in der Flohmarkthalle – ehrlich sehenswert. Hier gab es alles, was man braucht: Kleidung, Fisch, Schuhe, Spielzeug, Schmuck… gebraucht oder neu – zu wirklich günstigen Preisen! Machte Spaß dadurch zu schlendern. Am frühen Nachmittag fuhren wir noch einmal zurück zum Hotel, um unsere Badesachen zu holen! Die Blaue Lagune stand auf dem Programm. Jürgen fuhr mit uns in Richtung Süden – raus aus der Stadt. 15 km entfernt vom Flughafen Keflavik fördert das Kraftwerk Svartsengi aus 2 km Tiefe 240° Grad mineralhaltiges Wasser. Das wird zum Beheizen des Flughafens und der umliegenden Orte genutzt, und natürlich auch zur Stromerzeugung. Die Reste des heißes Wassers (70° Grad) werden in der Blauen Lagune gesammelt -  wo wir trotz des stürmigen Windes draußen gebadet haben! Das Wasser ist angereichert mit Kieselerde, Salz und Algen – und die Haut wird wie nach einem Jungbrunnen herrlich weich! Alle Mitreisenden wurden in der Badeanlage auf natürliche Art & Weise sichtbar verjüngt….. Rückfahrt zum Hotel nach Reykjavik, Übernachtung.

13.6.10
Unser erster Stop wurde heute bei einem Geothermalkraftwerk gemacht. Hier haben alle auf eindrucksvolle Art gelernt wie Strom z.B. für das Beheizen von Gebäuden und verglasten Gewächshäusern erzeugt wird. In dem modernen Besucherzentrum gab es neben vielen Schaubildern auch interessante Filme und Simulatoren, die vergangene Vulkanausbrüche lautstark darstellten. Anschließend gelangten wir nach Hveragerdi – bekannt durch die vielen Quellen und Gewächshäuser. Hier haben wir eine herrliche Wanderung unternommen – bei der uns auch ein kleiner Trupp Reiter begegnete. Danach wurde eine kleine Fabrik besichtigt, in der Gudruns Sohn aus alten Paletten Einstreu bzw. Hackschnitzel für Pferdeställe herstellte. Dabei benutzte auch er als Energiequelle heißen Dampf – was er eindrucksvoll demonstrierte. Nach der gemütlichen Mittagspause an der Kirche konnten alle noch durch das Quellengebiet mit der „Müllquelle“ spazieren gehen. Nach einem kurzen Stop in Sellfoss fuhren wir nach Eyrabakki. Hier an der Mündung des Ölfusa gab es nicht nur Islands größtes Gefängnis, sondern auch ein Rundweg am Strand, von wo aus man herrlich die nistenden Vögel beobachten konnte. Bei der anschließenden Weiterfahrt nach Fludir zum Hotel hielten wir unterwegs noch einmal an um eine große Spalte von einem Erdbeben direkt an der Straße zu sehen – Ankunft im Hotel. Dort erwartete uns das Abendessen mit Live – Fußball, Deutschland gewann gegen Australien  4:0, die Fangemeinde war sehr zufrieden!  Nur die Reiter leider nicht, denn die gebuchten Islandpferde hatten Husten! Schade eigentlich – aber gute Besserung!

14.6.10
Nach dem Frühstück stand Skalhold – geistliches + geistiges Zentrum Islands im Mittelalter auf dem Programm. Nach der Besichtigung fuhren wir zum Fluss Hvita. Jürgen und Gudrun hatten Sorge, dass es bald regnen würde und so wurde unser Tagesprogramm etwas umgestellt. Zuerst waren wir am Faxifoss – einem imposanten Wasserfall mit Fischtreppe und Schafspferch daneben. Danach ließ Jürgen uns mitten auf der Straße aussteigen, damit wir den Fluss und die bis zu 70 m tiefe und 2.5 km lange Schlucht bis zum unteren Parkplatz des Gullfosses ganz allein entlang laufen konnten! Erst dann kamen die Menschenmassen der Kreuzfahrschiffe… Trotzdem spürte man die kalte Gischt des Flusses, der hier 32 m tief in eine Schlucht fällt. Der folgende Spaziergang über eine Treppe zum oberen Aussichtspunkt vervollständigte diesen Eindruck nur noch… EINFACH GRANDIOS !!! Unser nächster Stopp galt dem Geysir. Hier im Haukadalur – Gebiet gab es mehrere heiße Quellen – aber am interessantesten war für alle der Strokkur – der noch aktive kleine Bruder des Großen Geysirs. Seinen Ausbruch zu fotografieren war ein echtes Erlebnis. Unsere Mittagspause verbrachten wir an einem nicht mehr aktiven Vulkan. Hier am Kraterrand war es sehr windig –und die Käse + Brotscheiben flogen davon! Also wurde auch unser Picknick aus technischen Gründen etwas kürzer. Der letzte Höhepunkt des Tages ist der Besuch der altisländischen Thingstätte Pingvellir. Der heutige Nationalpark steht unter Naturschutz und wurde auch zum Weltkulturerbe erklärt. Wir konnten trotz leichtem Regen nach dem Besuch des Info-Zentrums einen Rundgang durch die „Almannagja“  = Allmännerschlucht unternehmen. Dabei sahen wir nicht nur den Ort des Alping – sondern auch aufgerissene Spalten und Schluchten, die auf die Verschiebung der tektonischen Platten zurückzuführen waren. Natürlich haben viele in die mit Wasser gefüllte Münzenschlucht Geld hinein geworfen… um sich einen Wunsch zu erfüllen! Nach einem letzten Stopp an einem Kiosk ging es nach einem erlebnisreichen Tag wieder zurück nach Fludir – ins Hotel.

15.6.10
Der heutige Tag auf dem Weg in Richtung Süden beschäftigt sich mit alten und neuen Vulkanausbrüchen und mit großen Gletschern. Doch zunächst fuhren wir zum 40m hohen Wasserfall  Seljalandsvoss. Auf einem nassen Pfad konnte man sogar hinterher gehen. Auch sehenswert war die Vogelwelt in den Steilwänden – der Eissturmvogel war hier zu Hause. Dann war vom Bus aus der gerade ausgebrochene Vulkan Eyjafjallajökull zu sehen – komplett mit schwarzer Haube! Auch in der Umgebung war immer noch viel der heruntergekommenen Asche sichtbar. Beim nächsten Stop an der Siedlung Steinar konnte sich jeder ein Tütchen Asche mitnehmen! Wir alle sind doch Jäger & Sammler… Die nächste Pause galt einem der schönsten Wasserfälle Islands – dem 60m hohen und 25 m breiten Skogafoss. Die Skoga fällt über eine ehemalige Steilküste und unterhalb liegen heute ein Campingplatz und noch viel junge Asche. Weiter östlich fuhren wir von der Ringstraße ab zum Abfluss des Solheimajökull – einer mit schwarzer Asche überzogene Gletscherzunge. Die atemberaubende Busfahrt auf der Schotterstraße bis zum Parkplatz ließ einige Mitreisende den Atem anhalten. Jürgen fuhr nicht nur durch tiefe Pfützen – auch Rinnsale und eine uneinsehbare Strecke waren ein Erlebnis. Dann konnten alle direkt auf das Gletschereis steigen! Wahnsinn !!! Nur das Eis war fast schwarz – damit hatte keiner gerechnet! Zurück auf der Ringstraße kamen wir am Türlochfelsen vorbei, um uns in Raufarfell eine Lavahöhle mit Basaltsäulen direkt am Meer anzusehen. Unserer Mittagspause legten wir in Vik ein – einem kleinen Ort an der Südküste. Hier gab es nicht nur einen kleinen Kiosk, sondern auch eine Wollfabrik mit Einkaufsmöglichkeit. Der nächste Stopp wurde an einem Zwergfelsen gemacht. Hier konnten sich alle bei einem Spaziergang die bizarren Basaltsäulen Dverghamarar ansehen. Ein kleiner grauhaariger Zwerg war sogar sichtbar und konnte fotografiert werden. Vom Parkplatz aus konnte man auch den Wasserfall Foss sehen. Bei der Weiterfahrt wurde in der Ferne ein ehemaliges Kliff mit 767 m Höhe, die höchste Steilküste der Welt sichtbar. Kurz vorher befand sich die frühere Poststation auf dem Bauernhof Nupsstadur. Hier konnten wir uns die Kapelle (6 x 2,5m)  aus dem Jahr 1660 und auch einen Teil des noch vorhandenen Torfgehöfts ansehen. Hinter der Torfkirche ist auch der Friedhof, wo der Postreiter und auch seine beiden Söhne begraben lagen. Der letzte ist erst vor wenigen Wochen im gesegneten Alter von 100 Jahren verstorben. An den Grabsteinen war auch die für uns ungewöhnliche isländische Namensgebung gut nachzuvollziehen. Vor Ort waren auch Engländer eines Fotographenlehrganges, mit einer unglaublichen Ausrüstung. Die Weiterfahrt führte uns durch die 100 km lange schwarze Sandwüste Brunaharun bis wir zum Nationalpark Skaftafell kamen. Ein kurzer Stop wurde unterwegs auf einem Parkplatz mit Blick auf eine Gletscherzunge gemacht. Hier konnte man noch die verbogenen Brücketeile nach dem Vulkanausbruch 1996 sehen, die von den riesigen Wassermassen weggerissen wurde. Ein eindrucksvoller Videofilm war im Infocenter neben Souvenirs und Darstellungen der Isländischen Geologie zu sehen. Unsere Weiterfahrt zum Hotel führte noch an dem Gletschersee Jökulsarson vorbei. Zum Abendessen im Hotel Smyrlabjörg erwartete uns typisch isländische Küche: Neben Fisch und Lammfleisch wurden auch eingelegte Hammelhoden + Walspeck gereicht.

16.6.10
Nach dem Frühstück fuhren wir wieder zurück zum Gletschersee. Leider war der Himmel leicht bedeckt, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Wir fuhren mit einem Amphibienfahrzeug auf den See und konnten die weiß-blauen schimmernden Eisberge ganz aus der Nähe erleben. Was für ein Erlebnis… Ein anschließender gemeinsamer Spaziergang unter der Brücke zum offenen Meer vervollständigte das ganze. Hier lagen auch viele kleine und große Eisblöcke am Strand, und wir haben unglaubliche Bilder geschossen. Leider mussten wir danach Abschied von Gudrun nehmen, die mit dem Linienbus wieder zurück nach Reykjavik fuhr. Unsere weitere Reise ging dann entlang der Ostküste bis zur letzten Übernachtung nach Breidasvik, natürlich mit einigen schönen Fotostopps.

17.6.10
Letzter Tag auf Island… Alle waren pünktlich zum Frühstück erschienen. Unsere letzte Etappe betrug noch 120 km, durch ein grünes Tal und über eine 490m hohe Passstrasse. Noch eine letzte Pause in Egilstadir und anschließend fuhren wir zum Schiff, das uns schon in Sydisfjördur erwartete. „Willkommen an Bord“ hieß es dann, und die MS Norröna verließ um 12:00 Uhr isländischer Zeit pünktlich den Hafen. An Bord des Schiffes kannten sich ja alle wieder aus, und man traf sich zum Abendessen im Büffetrestaurant.

18.6.10
Die Norröna erreichte um 5:30 Uhr den Hafen von Thorshavn. Jürgen musste den Bus umsetzen und wer wollte, konnte das Schiff für 1 Stunde zum Landgang verlassen. Alle anderen wurden erst zum Frühstück gesehen. Der restliche Tag wurde mit Lesen, Shoppen oder Schlafen verbracht… Abendessen wie immer um 18:00 Uhr….

19.6.10
Unser letztes Frühstück an Bord, und nach einem weiteren Vormittag mit ruhiger See kehrte das Schiff um 13:00 Uhr Schiffszeit in Hanstholm in den Hafen ein.  Nachdem alle den Bus im Hafen bestiegen haben, ging es wieder über Bremen und Hamburg nach Minden.

Fazit:    
Nach einer 15 tägigen Rundreise in eine völlig andere Destination, haben alle Reisenden nicht nur eine kontrastreiche Landschaft mit den mächtigsten Wasserfällen und größten Gletschern Europas kennen gelernt, sondern auch ein sehr modernes, junges Land mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Wir konnten uns von den vielen Kostproben des Wetters überzeugen und haben dabei fantastische Landschaften auf Bildern und Filmen festgehalten.