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Reisebericht FTI Berlin 2013 von Antonia Gronert

Sonne, Erholung, Natur und Kultur – endlich geht es für mich in den wohlverdienten Sommerurlaub. In diesem Jahr habe ich mich mit meinem Freund für eine Kreuzfahrt auf der Nordsee entschieden, die Kombination aus den Naturschönheiten Norwegens und den Großstädten in Schottland und England haben uns gereizt.

Mit dem Zug geht es bequem von Minden nach Bremerhaven und mit dem Bus direkt zum Schiffsterminal. Und da – plötzlich liegt sie vor uns: Die „FTI Berlin“ ist mit fast 140 Metern Länge ein toller Anblick. Wir werden von der deutschsprechenden Besatzung sehr freundlich empfangen und persönlich zu unserer Kabine begleitet. Unser Koffer wird kurze Zeit später direkt vor die Tür gestellt, ein guter erster Eindruck entsteht. Unsere Standardkabine hat mit 13 m² eine zweckmäßige Größe und verfügt über ein Bett, einen kleinen Schreibtisch mit Telefon, einen abschließbaren Nachtschrank mit mehreren Schubladen, Minibar (gegen Gebühr) und einen großen Kleiderschrank. Daneben ist sogar noch ausreichend Platz für unsere Koffer. Den Flachbildschirm mit DVD-Player probieren wir gleich aus. Es gibt mehrere deutsche Sender und sogar einen Kanal für die Bordkamera, die direkt vorne am Bug befestigt ist: so können wir jederzeit beobachten wo die Fahrt uns hinführt. Auf dem Bett liegen bereits Bademäntel für uns bereit sowie das Bordprogramm für den nächsten Tag. Das Badezimmer verfügt über Dusche, WC und ein Waschbecken mit Ablagemöglichkeiten. Sogar ein Fön ist vorhanden. Wir stellen gleich fest: Hier werden uns wohlfühlen.

Dann geht es auf Entdeckungsreise quer über das Schiff. Das Schiff hat mit 6 Decks eine überschaubare Größe und wir treffen gleich wieder auf Mitreisende, die wir im Zug kennen gelernt haben. Auf Deck A und B sind die meisten der 206 Kabinen sowie das Hauptrestaurant zu finden. Hier wird bei freier Platzwahl morgens das umfangreiche Frühstück in Büffetform sowie das Mittagessen am Platz serviert. Am Abend wird in 2 Sitzungen mit fester Sitzplatzordnung gegessen: Ein Dreigang-Menü wartet auf uns. Wir können zwischen leckeren Köstlichkeiten wählen und lassen uns alles bequem servieren. Auf dem Hauptdeck sind Kabinen sowie die Sirocco-Lounge untergebracht. Tagsüber ist hier genug Platz in den bequemen Sesseln um zu lesen oder die vorbeiziehende Landschaft zu genießen. Abends findet dann fast täglich ein Unterhaltungsprogramm statt, von Schlager- über Tanzabend bis hin zum Kapitänsempfang. Viel Platz zum Entspannen bietet das Promenadendeck. Hier ist der Yachtclub zu finden, in dem täglich leckere Cocktails serviert werden und man einem Klavierkonzert am Abend lauschen kann. Ein angenehm ruhiger Ort ist die Bibliothek. Über 2000 Bücher, eindrucksvolle Bildbände, DVDs und Gesellschaftsspiele können kostenlos ausgeliehen werden. Gemütliche Sessel sorgen für einen angenehmen Komfort beim Lesen.

Ein schöner Treffpunkt ist das Verandah-Restaurant mit Außenbereich. Neben einem tollen Büffet am Morgen kann hier auch mittags und abends bei freier Platzwahl gegessen werden. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es zusätzlich noch ein Spätaufsteher-Frühstück, ein Kuchenbüffet am Nachmittag und einen kleinen Mitternachtssnack. Kaffee, Tee und Trinkwasser gibt es während der Mahlzeiten aus den Selbstbedienungs-Automaten.

Für einen Platz an der Sonne sind auf dem Sonnendeck viele Sitz- und Liegemöglichkeiten vorhanden. Endlich legt das Schiff ab in Richtung Norden. Der erste Seetag verläuft sehr ruhig. Wir genießen das leckere Essen an Bord, die Sonne an Deck und lauschen zwischendurch einer tollen Präsentation der Mitarbeiter, welche Ausflugsmöglichkeiten wir in den nächsten Tagen haben. Da ist wirklich für jeden was dabei: Es werden Landausflüge mit verschiedenen Schwerpunkten, von einer Bahnfahrt über Stadtrundfahrten bis hin zur Apfelweinverkostung, angeboten. Außerdem werden von der Crew verschiedene weitere Aktivitäten wie Tanzstunden, Rätsel, Gesellschaftspiele und der Kreuzfahrtklassiker Shuffleboard organisiert.

Nach einem entspannen Tag auf See erreichen wir dann mit Ulvik, einer kleinen Stadt am Hardangerfjord, das erste Ziel unserer Reise. Mit einem Tenderboot geht es zügig in Richtung Festland, wo wir ein wenig durch die Gassen bummeln. In Eidfjord am nächsten Tag sind wir aktiver, nutzen einen der zahlreichen, beschilderten Wanderwege und enden an einem idyllischen Bergsee. Herrlich! Weiter geht es nach Bergen, einer Stadt mit über 300 Regentagen im Jahr. Wir haben Glück mit dem Wetter und die Sonne scheint. Und so geht es direkt mit einer kleinen Bahn auf den Hausberg der Stadt. Hier hat man einen tollen Überblick auf die Landschaft und wir sind tatsächlich mit 5 Kreuzfahrtschiffen in der Stadt. Natürlich darf ein Besuch des Hafenviertels mit Fischmarkt und Bryggen nicht fehlen.

Unser letzter Halt in Norwegen am nächsten Tag ist Flam. Viele nutzen hier die Gelegenheit um mit der weltberühmtem Flambahn zu fahren. Ein tolles Erlebnis, auch wenn es ein wenig regnet! Weiter geht die Reise nach Lerwick auf den Shetlandinseln. Die Überfahrt über die offene See ist ein wenig rau. Aber ich habe es geschafft den leichten Wellengang zu verdrängen und dafür meine Aufmerksamkeit dem schmackhaften Abendessen - es gibt leckeres Huhn von der Grillstation – zuzuwenden. Die Hauptstadt der Shetlandinseln erkunden wir dann zu Fuß, denn wir haben uns zu spät für einen Ausflug entschieden.  Begeistert berichten unsere Mitreisenden später beim Essen von der tollen Landschaft der Insel. Es macht Spaß, beim Essen mit unterschiedlichen Personen zusammen zu sitzen, denn so hat man viele Reisebekannte. Bei maximal 416 Personen an Bord trifft man sich dann immer wieder.

Am nächsten Tag werden wir typisch schottisch mit einem Dudelsack in Edinburgh begrüßt: Eine Dudelsackspielerin erwartet uns und wir hören schon von weitem die Melodie. Kurze Zeit später erkennen wir das Lied: Es ist tatsächlich „ An der Nordseeküste“. Unglaublich! Die Hauptstadt Schottlands zieht uns sofort in ihren Bann: Edinburgh Castle, Royal Mile, Palace of Holyroodhouse, es gibt hier so viel zu sehen. Die Stadt ist sehr voll, denn es ist gerade „Military Tattoo“, die spektakulärste Militärparade der Welt. Wir nutzen die Freizeit noch für eine Whisky-Probe, die bei einem Schottland-Besuch nicht fehlen darf. Unsere Reise geht weiter nach Whitby. Hier unternehmen wir einen Ausflug mit einem Dampfzug durch die englische Landschaft. Die Ausflüge sind wie immer gut organisiert, die deutschen Mitarbeiter des Ausflugsbüros sorgen für einen reibungslosen Ablauf und unvergessliche Tage.

Der letzte große Stopp der Reise und damit auch der Höhepunkt ist London. Allein die Einfahrt ist schon beeindruckend, denn wir fahren einige Stunden von der Mündung der Themse bis in die Stadt hinein. Wir können es kaum glauben, aber nur für uns wird die Tower Bridge geöffnet, wir fahren hindurch zu unserem Liegeplatz und sind im wahrsten Sinne des Wortes mitten in London. Wahnsinn! Jetzt haben wir 2 Tage Zeit die Hauptstadt Englands zu erkunden: London Bridge, Buckingham Palace, die Millennium-Brücke, das Nobelkaufhaus Harrods und natürlich vieles mehr gibt es hier zu sehen. Ganz wichtig für Fußballfans ist auch der Besuch des Wembley-Stadions mit einer exklusiven iven Führung. Uns tun die Füße richtig weh als wir abends in einer gemütlichen englischer Kneipe sitzen und das Flair genießen. Ein toller Abschluss der Reise!

Nach einem weiteren Seetag an Bord mit viel Sonne und Nichtstun erreichen wir wieder Bremerhaven. Ein erlebnisreicher, aber gleichzeitig entspannter Urlaub geht nach 12 Reisetagen zu Ende. 

Mein Fazit:
Die „FTI Berlin“ hat mir sehr gut gefallen. Das Traumschiff der 80er ist natürlich etwas in die Jahre gekommen und hat damit nicht den Animationsbereich oder die Kabinengröße anderer Schiffe. Aber genau das fanden wir persönlich richtig gut. Weil wir ein komplett deutschsprachiges Publikum und nur 360 Gäste an Bord waren, haben wir viele Reisebekanntschaften machen können und uns schnell an Bord zurecht gefunden. Durch die geringe Schiffsgröße konnten wir teilweise an besseren Liegeplätzen ankern und das Ausschiffen ging schneller als bei größeren Schiffen. Ferner gab es keine „Kleiderordnung“ beim Essen, leger oder abends sportlich-elegant und schon waren wir richtig gekleidet. Nur beim Kapitänsabend waren alle festlicher gekleidet, aber wer will schon neben dem Kapitän auf dem Foto nicht gut aussehen? Die Besatzung ist sehr hilfsbereit, freundlich und leistet sehr gute Arbeit. Der Service war erstklassig. Wir kommen gerne wieder!