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Reisebericht Flusskreuzfahrt Donau 2017 von Antonia Gronert

Montag, 17.04.2017
Krems, Budapest, Bratislava und Wien: Ein absolutes "Muss" für jeden Reiselustigen ist eine Kreuzfahrt auf der Donau. Endlich bekomme auch ich die Gelegenheit, an Bord der MS Heidelberg den zweitlängsten Fluss in Europa kennen zu lernen.
Die Anreise aus Ostwestfalen bis nach Passau ist natürlich etwas weiter aber die Vorfreude auf die Reise ist groß. Am frühen Abend erreiche ich Lindau den Anleger außerhalb der Stadt Passau. Hier liegt sie schon die MS Heidelberg mein schwimmendes Hotel für die nächste Woche. Mein Gepäck gebe ich direkt am Ufer ab und es wird ganz bequem bis in die Kabine getragen, ich werde während dessen sehr freundlich von der Kreuzfahrtleitung Alexander Steiner in Empfang genommen. Nach dem schnellen einchecken an der Rezeption werde ich zu meiner Kabine geführt. Die Kabinen sind schön eingerichtet und verfügen alle über Fenster. Auf dem Bett finde ich direkt das Tagesprogramm für den heutigen Abend. Gleich ist noch eine kleine Bordinformation im Salon also nutze ich die Zeit vorher für einen kleinen Rundgang über das Schiff. Ich erkunde das Restaurant im Mittelweg gehe noch auf das Hauptdeck dort finde ich einen kleinen Wellnessbereich, die Sauna und einen Fitnessraum und ich begebe mich auf das Oberdeck direkt an der Bibliothek vorbei bis in den Salon. Hier wartet bereits unsere Kreuzfahrtleitung Herr Steiner. Er informiert uns über das Leben und die Sicherheit an Bord sowie den ersten Ausflug in Krems. Dann wird es auch schon Zeit zum Abendessen. Meinen Tisch finde ich schnell denn der Restaurantleiter hat mir vorher meine Tischnummer mitgeteilt. Den Tisch behalte ich auch während der gesamten Kreuzfahrt. Es ist  sehr schön in kleinen Gruppen an den Tischen zu sitzen so bekommt man wirklich die Gelegenheit mit jedem ein paar Worte zu wechseln. Das Abendessen wird als fünf Gang Menü direkt am Platz serviert natürlich hat man bei jedem Gang eine Wahlmöglichkeit und es ist wirklich ein abwechslungsreiches Menü zusammengestellt worden. Am Tisch entstehen schnell erste Gespräche und so vergeht der erste Abend wie im Flug. Um 21:30 Uhr verlässt die MS Heidelberg Passau und fährt los in Richtung Krems natürlich beobachten alle das erste Ableger Manöver mit Spannung.

Dienstag, 18.04.2017
Die erste Nacht verlief etwas holprig und ungewohnt an Bord des Schiffes denn wie bereits angekündigt passieren wir auf der gesamten Strecke insgesamt 22 Schleusen, davon viele in der Nacht. Die MS Bellissima - auch ein Schiff der Nicko Cruise Flotte - fährt parallel die gleiche Route direkt neben uns und so kann man immer über den Balkon schnell Freundschaften schließen. Denn auf der Donau ist es nicht ungewöhnlich dass an einem Anlegekai viele Schiffe dicht nebeneinanderliegen so auch bei den Schleusungen.
Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen entschädigt aber die Geräusche der Nacht. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Gemäß den internationalen Vorschriften findet danach eine Seenotrettungsübung statt, die Teilnahme ist wie immer für alle Passagiere verpflichtend. Wir mussten alle in unsere Kabinen gehen und die Rettungswesten überziehen. Dann ertönte das Alarmsignal und alle verließen die Kabinen und trafen sich im Salon für weitere Anweisungen. Es ist immer eine spannende Übung, damit aber im Ernstfall alles glatt abläuft macht jeder diese Übung gerne mit. Im Anschluss wurde noch mal das komplette Ausflugsprogramm vorgestellt. Wir hatten die Möglichkeit weitere Ausflüge in Ungarn, Slowakei oder in Österreich nach zu buchen. Das Wetter spielt bei dieser Reise noch nicht wirklich mit und es hat tatsächlich wieder angefangen zu regnen. Zur Mittagszeit kann man wahlweise im Restaurant essen wo ein leckeres Viergangmenü am Platz serviert wird oder man bedient sich selber am kleinen Buffet im Salon.
Kurze Zeit später erreichten wir Krems in Österreich das erste Ziel der Reise. Krems ist fünftgrößte Stadt Niederösterreichs. Das Schiff hat sehr zentral angelegt und ich habe wie viele andere den Ausflug zum Stift Göttweig mit Marille gebucht. Von unserer Reiseleitung werden wir freundlich in Empfang genommen und wir fahren als erstes in die Altstadt. Hier werden uns die Besonderheiten der Stadt zu Fuß näher gebracht und wir bekommen auch Freizeit zum Bummeln durch die Stadt. Danach fahren wir zum Benedektinerstift Göttweig, welches oberhalb der Donau auf einem Hügel thront. Der Stift wurde 2001 mit der Landschaft Wachau in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Uns erwartet neben einer Verköstigung der Marillen-Liköre und Schnäpse ein interessanter Film über der Stift und natürlich auch eine Führung über das großzügig angelegte Gelände. Bis heute wohnen und arbeiten über 40 Mönche hier. Der Panoramablick auf die Donau war trotz des schlechten Wetters eindrucksvoll. Zurück am Bord haben wir uns alle kurz schick gemacht denn heute erwartete uns unser Kapitän, unser Hotelmanagerin und unsere Kreuzfahrtleitung zum Willkommen Empfang im Salon. Bei einem Glas Sekt haben wir die Crew kennen gelernt die nächsten Tage für unser Wohlbefinden sorgen wird. Danach gab es ein schmackhaftes Willkommen Abendessen im Restaurant.

Mittwoch, 19.04.2017
Die zweite Nacht an Bord verlief deutlich ruhiger denn alle kannten inzwischen das Geräusch. Nach dem Frühstück erreichten wir bereits Esztergom in Ungarn. Das ehemalige Gran war einst die Hauptstadt Ungarns. Hier hat es der Wettergott gar nicht gut gemeint denn es gibt Schneeregen. Wahlweise steht ein Ausflug zur Basilika von Esztergom auf dem Programm. Das Stadtbild ist geprägt von dem neo-klassizistischen Dom hoch über der Stadt, die mit 8000 Sitzplätzen die größte Kirche Ungarns ist. Am Nachmittag verlässt das Schiff die Stadt und fährt weiter nach Budapest. Unterwegs werden wir immer wieder auf die Höhepunkte links und rechts der Donau aufmerksam gemacht. Zur Kaffeezeit treffen sich dann viele im Salon zum leckeren Kaffee und Kuchen. Während dessen erleben wir auch eine schöne wenn auch verregnete Einfahrt in die Hauptstadt Ungarns Budapest. Das Abendessen wird heute früh serviert denn es steht noch ein Ausflug auf dem Programm: mit einem Ausflugsschiff geht es durch das beleuchtete Budapest. Das Schiff macht pünktlich direkt an der MS Heidelberg fest und wir starten zur Rundfahrt. Mit interessanten Erklärungen fahren wir an der Burg, der Bastei und dem Parlament vorbei. Untermalt wird das Ganze von einer dreiköpfigen ungarischen Live Band, die typische Musik spielt. Mit einem Glas Sekt in der Hand genießen wir Budapest vom Wasser aus. Müde aber zufrieden sind wir 2 Stunden später wieder an Bord.

Donnerstag, 20.04.2017
Die Nacht verlief sehr ruhig denn wir haben Budapest nicht verlassen, sondern direkt am Anleger geschlafen. Dennoch haben wir die Stadt nicht erkundet am nächsten Tag stand für viele die Stadtrundfahrt Budapest mit einem Besuch im typischen Café New York mit leckerem Strudel auf dem Programm. Leider hat das Wetter uns wieder einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es hörte und hörte nicht auf zu regnen trotzdem haben wir alle ein wenig den Charme der Stadt miterleben dürfen. Nach einer Stärkung an Bord des Schiffes ging es am Nachmittag weiter mit Ausflügen. Wahlweise konnte ein Ausflug in die Puszta, die Steppenlandschaft Ungarn mit Reitvorführung gebucht werden. Da das Schiff aber so zentral am Anleger liegt, haben viele auch die Chance genutzt noch mal zu Fuß in die Stadt zu gehen. Bis zur Markthalle mit all den bunten Ständen und der Fischhalle waren es keine 10 Minuten.
Nach dem Abendessen stand heute die Crew schau auf dem Programm. Die Crew von unserem Schiff hat sich etwas Besonderes in ihrer Freizeit einfallen lassen und uns ein buntes Programm geboten. Es war wirklich sehr unterhaltsam und wir haben viel gelacht. Währenddessen hat sich das Schiff schon auf dem Weg nach Bratislava in der Slowakei gemacht.

Freitag, 21.04.2017
Der heutige Tag beginnt mit etwas ganz wundervollem und zwar einen wolkenlosen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Direkt nach dem Frühstück gehen alle auf das  Sonnendeck und genießen das schöne Wetter,  wir haben April es sind nur 8° aber eingehüllt in Wolldecken ist es einfach herrlich an Deck. Dann lädt uns Siegfried Steinacher, ein Nicko Cruises Sales Manager, in den Salon ein. Er erzählt uns etwas über die schönsten Flüsse Europas, wie die Rhône, Seine oder auch Elbe, Douro und Yangtsekiang, die alle ganz bequem per Flusskreuzfahrt zu erkunden sind. Dazu hat er uns schöne Bilder mitgebracht die wirklich Lust auf Reisen machen. Am Nachmittag erreichen wir dann Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei und auch die größte Stadt des Landes. Bei einem Stadtrundgang entdecken wir die liebevoll ins Detail restauriert Altstadt und die Burg Hrad, das Wahrzeichen der Stadt. Natürlich müssen wir den ganzen Weg nicht komplett zu Fuß zurücklegen, sondern werden unterwegs von der Tschu-Tschu-Bahn gefahren. Ein kleiner Höhepunkt war noch der Besuch einer typischen Chocolaterie mit einer süßen Überraschung: es gab Schokolade zum Löffeln. Sehr lecker. Wer wollte, konnte wieder den Nachmittag selber gestalten. Die Fußgängerzone war nur 10 Minuten zu Fuß vom Anleger entfernt.
Der Abend verläuft sehr ruhig und alle gehen früh ins Bett denn das Schiff hat sich schon wieder auf einen neuen Weg gemacht. Diesmal geht es nach Wien in Österreich. Es sind nur 60 km zu fahren und der Tag morgen ist vollgepackt mit vielen interessanten Programmpunkten - wir sind gespannt!

Samstag, 22.04.2017
Relativ früh legt das Schiff heute in Wien Nussdorf an. Auch wenn es nicht so klingt Nussdorf ist ein Stadtteil von Wien und gehört damit auch zur Hauptstadt Österreichs. Natürlich steht heute erst einmal eine Stadtrundfahrt auf dem Programm nach den ersten Eindrücken geht es zu Fuß über die Kärntnerstraße weiter durch die Innenstadt, am Stephansdom vorbei und natürlich zur Hofburg. Hier wartet im Kaffeehaus ein leckeres Stück Sachertorte auf uns, natürlich traditionell mit Sahne verfeinert. Der Spaziergang geht weiter an der spanischen Hofreitschule vorbei bis hin zur Albertina. Am nächsten Tag soll der große Marathon mit über 42000 Läufern in der Stadt durchgeführt werden und so sehen wir die zahlreichen Vorbereitungen.
Nach einer Mittagspause auf dem Schiff heißt unser Ziel Schönbrunn. Schon seit den 1960er gehört das Schloss zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten. Bei einer Führung durch die ehemalige Sommerresidenz der Habsburger erfahren wir einiges über die Kaiserfamilie. Ein Spaziergang durch die wunderschön angelegte Gartenanlage in der schon Kaiserin Sissi gerne spazieren ging, durfte natürlich am Schluss nicht fehlen. Bei Regenwetter verließen wir am frühen Abend Wien. Zu einem Abschiedssekt wurden wir dann von unserem Kapitän, der Hotelmanagerin und der Kreuzfahrtleitung in den Salon eingeladen. Hier stießen wir noch mal auf eine gelungene Reise an. Im Anschluss gab es ein Abschieds- und Gala Abendessen im Restaurant, wo kulinarisch keine Wünsche offen blieben. Das Schiff macht sich dann über Nacht auf dem Weg nach Linz, zur letzten Station der Reise.

 Sonntag, 23.04.2017
Der Tag beginnt mit einem ruhigen Frühstück während wir durch Österreich fahren. Während der gesamten Tour fahren wir durch insgesamt 22 Schleusen und auch heute erleben wir das Schauspiel erneut. Während des Mittagessens fahren wir in Linz, der drittgrößten Stadt Österreichs, ein. Bei einer Stadtrundfahrt erleben wir vom Hausberg - dem Pöstlingberg - einen tollen Blick auf die Stadt und die Naherholungsgebiete. Beim Stadtrundgang über den barocken Hauptplatz beeindruckt vor allem die Dreifaltigkeitssäule. 2009 war Linz die Kulturhauptstadt Europas - zu Recht wie wir lernen müssen denn diese Stadt hat wirklich viel zu bieten. Natürlich besuchen wir auch den Dom der Stadt, die größte Kirche des Landes wenn es nach dem Fassungsvermögen geht. Zum Abschluss haben wir noch Zeit ein wenig durch die Gassen der Stadt zu Schlendern denn es ist Tag der offenen Tür. Und so können wir obwohl heute Sonntag ist, auch ein wenig in den kleinen Geschäften stöbern. Das Schiff liegt wieder in Fußweite der Stadt und in weniger als 10 Minuten erreicht jeder bequem die MS Heidelberg.
Der letzte Abend an Bord verläuft sehr ruhig während das Schiff in Richtung Passau fährt.

Montag, 24.04.2017
Heute heißt es Abschied nehmen. In den morgen Stunden hat das Schiff bereits seinen Anleger in Passau erreicht. Unseren Koffer stellen wir bequem vor die Kabinentür und sie werden vom Personal abgeholt und direkt aufs Festland gebracht. Wir frühstücken solange in Ruhe und warten auf die Abholer. Nach und nach ertönen ab 8 Uhr die Durchsagen und Taxen und Transferbusse fahren durch. Das Gepäck wird auch hier für uns weiter verladen. Um kurz vor 9 Uhr ist das Schiff bereits komplett geräumt und alle machen sich auf die Heimreise.

 Fazit:
Was für eine abwechslungsreiche Woche liegt hier uns. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau, die Metropole Budapest, die anmutige Landschaft der Wachau und der Charme von Wien. Wir haben viel gesehen auch wenn das April Wetter seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Das schwimmende Hotel war eine sehr bequeme Art zu reisen und wir wurden mit tollem Service verwöhnt. Die Städte lagen fast alle nahe am jeweiligen Anleger so dass jeder auch individuell viel unternehmen konnte aber durch geführte Ausflüge bekommt man noch einen anderen Einblick in die Städte. Eines weiß ich ganz sicher: Die schöne blaue Donau hat auch mich in ihren Bann gezogen!